Verpatzter Start

Neuhaus fordert von Union-Spielern „kämpfen und laufen“

Bei Union Berlin herrscht nach dem 1:1 gegen Bielefeld mittelschwere Unzufriedenheit. Der Trainer will im nächsten Test den Reservisten einen Chance geben. Mario Eggimann fällt erst einmal aus.

Foto: Oliver Krato / dpa

Nach den hitzigen Tagen zuletzt war das mal eine ganz angenehme Erfahrung: leichter Nieselregen am Vormittag in Köpenick. Nicht nur für die Natur Gelegenheit, ein bisschen aufzutanken, auch die Spieler des 1. FC Union schienen es zu genießen. Lebhaft ging es auf dem Platz zu, vor allem bei den Spielformen. Ab und zu unterbrach Trainer Uwe Neuhaus den Eifer der Fußballprofis. „Ich habe der Mannschaft gesagt, wenn wir nur 50 Prozent von dem gezeigt hätten, was hier gerade abgegangen ist, dann hätten wir das Spiel gewonnen. Definitiv“, erklärte der Coach eine der kurzen Pausen.

Ohne die 50 Prozent aus dem Niesel-Training reichte es jedoch nur zu einem 1:1 bei Arminia Bielefeld. Zusammen mit dem 1:2 aus dem Auftakt gegen den VfL Bochum ergibt das einen Zähler aus zwei Partien in der Zweiten Liga – und schon das Gefühl von mittelschwerer Unzufriedenheit. So wollten die Berliner nicht in die Saison starten.

Bezüglich der Motivation stimmt immerhin alles, bei manchen sogar vielleicht noch einen Tick mehr als zuvor. „Es ist normal, dass die Spieler jetzt Morgenluft wittern, die hinten dran sind“, sagt der Trainer. Diesen wird er eine Bewährungschance einräumen, wenn Union am Dienstag gegen den polnischen Zweitligisten Flota Swinemünde ein Testspiel bestreitet (18 Uhr, Alte Försterei). Sehen will Neuhaus dabei vor allem eines: „Ich hoffe, dass ein großer Unterschied da ist zu Bielefeld und Bochum.“

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Taktisches beschrieb der Trainer dabei als sekundär. „Fußball in der Zweiten Liga bedeutet kämpfen und laufen“, sagt er. Beides fehlte dem Spiel von Union bislang, gegen Flota sollen diese Elemente wieder hervortreten. Wer sie besonders gut einbringt, darf hoffen, am kommenden Montag beim Erstrundenspiel im DFB-Pokal in Regensburg in die Startelf zu rücken. „Ich werde darauf schauen, wer sich anbietet, wer weiterhelfen kann, als Mannschaft zu funktionieren“, kündigt Neuhaus an, der 100 Prozent Leistung fordert.

Seinen Startplatz abgeben wird vorläufig Zugang Mario Eggimann. Der Schweizer zog sich in Bielefeld eine kombinierte Innen- und Außenbandverletzung im rechten Sprunggelenk zu und fällt vier Wochen aus. Damit dürfte Roberto Puncec demnächst erstmals in den Spieltagskader rücken.