Zweite Liga

Union-Trainer Neuhaus demonstriert gegen Bielefeld Stärke

Gegen Bielefeld wollen die Eisernen die Auftaktschlappe gegen Bochum ausmerzen. Doch auswärts tut sich Union bisher schwer. Und Arminia ist kein leichter Gegner.

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Das Interesse war immer da, regelmäßig kamen die Anfragen. Aber Sören Brandy hat immer abgewinkt. Komisch eigentlich, er stammt aus der Nähe von Bielefeld, dem ostwestfälischen Zentrum, auch fußballerisch. Und Brandy ist Fußballprofi. Aber „es hat sich nie so ergeben“. Ihn zog es nach Gütersloh und Paderborn, gleich um die Ecke. Inzwischen ist der 28-Jährige weiter weg, er spielt beim 1. FC Union. Mit dem geht der Stürmer nun quasi auf Heimreise, das erste Auswärtsspiel in der neuen Zweitligasaison führt die Berliner zur Arminia nach Bielefeld.

Obwohl er nie dort gespielt hat, trifft Brandy auf viele Bekannte. Freunde und Verwandte kommen zum Spiel. „Die meisten werden wohl für Bielefeld sein“, sagt der Union-Zugang. In der Gegend herrscht eine ordentliche Euphorie, die Mannschaft ist gerade aus der Dritten Liga aufgestiegen. Das hat man beim ersten Saisonspiel gesehen, findet Uwe Neuhaus, Unions Trainer. Mit 0:2 verlor Arminia die erste Partie bei Bundesliga-Absteiger Greuther Fürth. „Anfangs sah es so aus, als würden sie fünf kriegen“, so Neuhaus. Ängstlich, fehlerhaft und auch naiv trat Bielefeld auf.

„Wird absolut kein Selbstläufer“

Doch das war nur die eine Seite, im Laufe des Spiels änderte sich das Bild der Mannschaft, Arminia brachte Fürth in große Schwierigkeiten. „Wir müssen höllisch aufpassen“, sagt Neuhaus deshalb, „das wird absolut kein Selbstläufer.“ Das Team der Westfalen ist eingespielt, in der Anfangsformation stand kein Zugang. Und wie sehr die Emotionen einen Aufsteiger beflügeln können, daran erinnern sie sich auch bei Union noch sehr gut. Damals, 2009, gelang ihnen der bislang beste Start seit der Rückkehr in die Zweite Liga.

Mit einer zu seichten Einstellung wird Union also nicht auf Reisen gehen. „Wir dürfen sie nicht unterschätzen, selbst wenn das Spiel anscheinend in unsere Richtung läuft“, warnt der Trainer. Gerade nach dem eigenen Auftakt wäre das auch fahrlässig. Union unterlag daheim 1:2 gegen den VfL Bochum, ein Sieg gegen den Aufsteiger ist fast Pflicht, will man vor den nächsten Spielen nicht schon unter Druck geraten.

„Ich verlange, dass wir unser Spiel durchsetzen, wir wollen dominant sein und guten Fußball spielen. Dass wir besser spielen können und auch müssen als im ersten Heimspiel, denke ich, ist jedem klar“, erzählt der Trainer.

Alle haben noch Reserven

Dabei setzt Uwe Neuhaus auf eine persönliche Steigerung jedes einzelnen. Luft nach oben hatten alle. „Wir müssen im Spiel besser darauf reagieren, wenn uns der Gegner das Leben schwer macht. Wir müssen dann andere Möglichkeiten einbringen können“, sagt Brandy. Die Optionen sollten da sein, die Mannschaft verfügt über ein größeres Kreativitätspotenzial als in früheren Jahren. Und auch über mehr personelle Möglichkeiten.

Alternative Aufstellungen zu der vom vergangenen Sonntag brachte Neuhaus ins Spiel. Sowohl dieselbe Startelf als auch Veränderungen hält er für möglich. Gravierend allerdings würden Wechsel kaum ausfallen. „Nach einem Spiel neige ich nicht dazu, alles infrage zu stellen und sofort durcheinanderzuwürfeln“, so Neuhaus. Eine Entscheidung habe er noch nicht getroffen.

Ebenso wenig befasst er sich mit dem anhaltenden Auswärtsproblem, das die Berliner konstant durch die Zweite Liga begleitet. „Wir beschäftigen uns damit, wie wir den Gegner in Schach halten können, wie wir ihn besiegen können“, sagt der Trainer. Immerhin ist Bielefeld eine der wenigen Mannschaften, gegen die das auch gelang. Vor drei Jahren war das, 2:1 siegte Union.

Brandys Ausflug in die Heimat

Nun will Sören Brandy mithelfen, dass es wieder gut ausgeht für die Berliner. Auch wenn die familiär-freundschaftlichen Bande in die Heimat dadurch vielleicht ein wenig strapaziert würden. Aber es kann gut sein, dass es irgendwann zu einer Revanche kommt, Jannis, Brandys jüngster Bruder, spielt in der U19 von Arminia Bielefeld.