Torsten Mattuschka bringt es gern auf den Punkt. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Der Kapitän des 1. FC Union ist es schließlich gewesen, der sich in den vergangenen Spielen nervenstark zeigte, als es darum ging, einen Strafstoß sicher zu verwandeln. Das war beim 1:0 gegen Jahn Regensburg so, das war auch beim 2:1 im letzten Saison-Heimspiel gegen den MSV Duisburg so. Mattuschka lief an, schoss und traf für den Verein.
„Ich suche mir meine Ecke vorher aus und versuche, hart und platziert zu schießen“, erklärte der Mittelfeldspieler des Berliner Fußball-Zweitligisten. Sechsmal war er damit bereits erfolgreich in dieser Spielzeit. Sogar im Hexenkessel von Cottbus, als er nervenstark gegen seinen ehemaligen Verein sicher verwandelte, auch wenn die Partie am Ende 1:2 verloren ging.
Und so ganz nebenbei hat sich Mattuschka damit auch in der internen Torjägerliste an die Spitze geschossen. Zehn Saisontore hat Unions Nummer 17 nun in der Statistik zu stehen, ebenso wie Simon Terodde. Dem Duo liegt Adam Nemec mit neun Treffern auf den Fersen. Womit der Dreikampf um die imaginäre Torjägerkrone bei den Köpenickern vor dem letzten Spiel am Sonntag beim VfL Bochum (13.30 Uhr, Sky) entbrannt ist.
„Im Moment schießen wir nicht anders Tore als vom Punkt“
Mattuschka hat derzeit offenbar die besten Karten, das Sturmduo in Sachen Torjubel vollständig hinter sich zu lassen. „Im Moment schießen wir wahrscheinlich nicht anders Tore als vom Punkt“, sagte Mattuschka. Ohne dabei Christopher Quiring und sein Kopfballtor gegen Duisburg zu nahe treten zu wollen.
Auch Trainer Uwe Neuhaus sieht in seinem Kapitän den wahrscheinlichsten Nachfolger von Terodde und Silvio, die in der Saison 2011/12 acht Tore erzielten. „Mattuschka hat natürlich gute Chance, denn die Standards kommen bei ihm ja dazu“, sagte Neuhaus. Adam Nemec war vor allem in den Wintermonaten ein Garant für Union-Tore. In den vergangenen Partien ist ihm die Treffsicherheit jedoch ein wenig abhanden gekommen. Zuletzt traf der Slowake am 7. April beim 1:1 in Paderborn.
Die Mannschaft hat ihre Lockerheit auf dem Platz verloren
Zu seiner Ehrenrettung sei gesagt, dass er auch häufiger als Anspielstation im Mittelfeld dienen musste, als in vorderster Front für Gefahr zu sorgen. „Uns ist die Lockerheit abhanden gekommen in den letzten Wochen, das hat man in den vergangenen Spielen schon gemerkt“, sagte selbst Mattuschka.
Bleibt Simon Terodde. Der Angreifer mühte sich zuletzt zwar redlich, lief, rackerte und suchte immer wieder den Torabschluss. Doch auch ihm war anzumerken, wie viel Kraft vor allem jene Wochen gekostet haben, in denen Union an Relegationsplatz drei geschnuppert hat, ohne diesen jedoch zu erreichen. Inzwischen sitzt ihm sogar Youngster Steven Skrzybski im Nacken. Der 20-Jährige macht Terodde mehr und mehr den Platz in der Startformation streitig.
Fakt ist aber auch: Ohne jene 29 Tore, die das Trio bislang erzielt hat, würde Union nicht in der oberen Tabellenhälfte stehen. Mattuschka, Nemec und Terodde vereinen mehr als 60 Prozent aller Union-Tore (48) in dieser Saison. Mehr noch: Die Treffer der Drei bescherten Union immerhin 22 Punkte. Kaum auszudenken, in welchen Regionen sich der Tabellenneunte am Saisonende bewegen würde, hätte er nicht dieses Offensivdreieck in seinen Reihen.
Robert Jaspert übernimmt Unions U23
Derweil wurde bekannt, dass Robert Jaspert Unions U23 ab der nächsten Saison trainieren wird. Der 53-Jährige war unter anderem Trainer bei Tennis Borussia sowie Co-Trainer unter Pierre Littbarski in Duisburg und unter Jo Bonfrere beim Nationalteam Südkoreas. Jaspert (Vertrag bis 2015) folgt auf Engin Yanova, der Cheftrainer beim Regionalliga-Konkurrenten Berliner AK wird.





