1. FC Union

Quiring eröffnet schon jetzt den Kampf um Unions Flügel

Der Flügelflitzer meldet sich beim Sieg gegen Duisburg eindrucksvoll zurück. Rechtzeitig vor dem Saisonende bringt er sich damit auch wieder ins Gespräch für die Stammplätze in der nächsten Spielzeit.

Foto: Eibner-Pressefoto / pa/Eibner-Presse

Natürlich nahm er die Glückwünsche dankend entgegen. Schließlich war es nicht so oft in dieser Saison, dass sich Christopher Quiring ein Tor und einen Assist anschreiben durfte. Beim 2:1 gegen den MSV Duisburg im letzten Heimspiel war dies jedoch der Fall.

Quirings Kommentar zu seinem Auftritt blieb jedoch erstaunlich konservativ. „Ich habe dafür trainiert, dass ich meine Chance bekomme. Gegen Duisburg habe ich sie genutzt“, sagte der 22-Jährige.

Es scheint, als habe der Berliner aus den vergangenen Wochen und Monaten gelernt. Denn in der Rückrunde pendelte Quiring vor allem zwischen Ersatzbank und Einsätzen bei Unions U23. Im Profiteam von Trainer Uwe Neuhaus sah man den Flügelflitzer nur selten. Und wenn, dann nur als Einwechselspieler. Tiefpunkt war sicherlich das Derby bei Hertha BSC im Februar. Beim 2:2 im Olympiastadion durfte Quiring nur von der Tribüne aus mitfiebern.

„Das muss eine Erfahrung für seine gesamte Karriere sein“

„Quiring hat so viele Wochen verschenkt“, sagte Neuhaus: „Er ist immer schwächer geworden durch schlechteres Training und die falsche Einstellung.“ Und wenn es etwas gibt, dass beim Union-Trainer gar nicht geht, dann ist es ein Profi, der mit einer nachlässigen Grundhaltung seinem Beruf nachgeht. „Das muss eine Erfahrung für seine gesamte Karriere sein, nicht so leichtfertig damit umzugehen“, so der Coach.

Gegen Duisburg war über weite Strecken wieder der alte Quiring zu sehen. Jener Außenspieler, der sich in der vergangenen Spielzeit durch sein unbedarftes Auftreten in die Herzen der Union-Fans gespielt hatte. Belegt wird dies durch die Spielstatistik.

Quiring hatte gegen den MSV eine Passquote von 94 Prozent, legte eine Laufstrecke von ordentlichen 11,5 Kilometern zurück, absolvierte dabei allerdings unglaubliche 27 Sprints. Werte, die auch als erster Angriff auf den Kampf um die Stammplätze in der neuen Saison zu werten sind.

Erster Einsatz von Beginn an in diesem Jahr

Denn just an dem Tag, als mit Patrick Zoundi ein Hauptkonkurrent für die Position im rechten Mittelfeld mit Applaus verabschiedet wurde, meldete sich Quiring (Vertrag bis 2015) eindrucksvoll auf dem Platz zurück. Es war sein erster Einsatz über die volle Spielzeit in diesem Jahr und auch eine Ansage in Richtung Baris Özbek.

Der in der Winterpause verpflichtete Mittelfeldspieler konnte bislang noch nicht das abrufen, was man sich bei Union von ihm versprochen hat. Den Trainer wird es freuen, wenn der Kampf um Unions Flügel wieder ein wenig mehr Feuer bekommt, als es zuletzt der Fall gewesen ist.

Quiring will nun am letzten Spieltag beim VfL Bochum (Sonntag, 13.30 Uhr, Sky) mithelfen, mit einem Sieg vielleicht doch noch Platz sechs in der Endabrechnung zu erreichen. „Aber wenn wir uns jetzt auswärts wieder so anstellen wie sonst, dann war der Sieg gegen Duisburg für die Katz“, sagte Quiring: „Wir haben noch ein Spiel. Da wollen wir alles reinhauen.“ Er selbst hat gegen Duisburg schon gezeigt, wie es gehen könnte.