Zweite Liga

Unions Verlierer müssen zum Straftraining antreten

Die zusätzlichen Einheiten haben sich die Union-Spieler nach dem blamablen 0:3 in Aalen verdient. Trainer Neuhaus warnt sogar: „Wir sind gerade dabei, alles zu vernichten, was wir uns aufgebaut haben.“

Foto: Stefan Puchner / dpa

Die geplante Freizeit mit der Familie am Wochenende durfte schon in der Nacht zum Sonnabend beiseite gelegt werden. Stattdessen steht am Sonntagvormittag Straftraining auf dem Programm. Am Sonnabendnachmittag trafen sich Spieler, Trainer und auch Präsident Dirk Zingler zu einem 51-minütigen Krisengespräch in der Kabine.

Bereits in den frühen Morgenstunden des Sonnabends lief sich die Mannschaft die 0:3-Blamage von Aalen aus den Knochen. Die Profis des 1. FC Union hatten sich dies aber auch redlich verdient. Man wollte und konnte nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen.

Der Trainer war es, der drastische Worte fand nach einem wieder einmal ernüchternden Gastspiel. „Wir sind gerade dabei, all das zu vernichten, was wir uns in vielen Jahren mit totaler Leidenschaft aufgebaut haben – also genau mit dem Gegenteil von dem, was wir in Aalen gezeigt haben. Ich werde alles investieren, um das zu verhindern“, erklärte Uwe Neuhaus. Selten wurde der Coach so deutlich wie nach dem desaströsen Auftritt am Freitag.

Union hat seinen Schrecken verloren

Union hat in den vergangenen vier Spielen ohne Sieg zehn Punkte liegen gelassen. Darüber hinaus wurde jeder Ansatz, man könne die Köpenicker in der nächsten Spielzeit vielleicht doch schon zum erweiterten Favoritenkreis für den Aufstieg in die Bundesliga einordnen können, gnadenlos zerstört.

Union im April 2013, das ist eine Mannschaft, die auswärts wieder nur noch als Punktelieferant angesehen werden kann und selbst vor eigener Kulisse kaum noch in Schwung kommt. All die Reputation nach den mitreißenden Auftritten in Braunschweig (3:4), gegen Kaiserslautern (2:0) oder bei Hertha BSC (2:2), ja selbst gegen schwächere Gegner wie Aue (3:0) oder St. Pauli (4:2) ist dahin. Keine Frage, die Köpenicker haben auf der Saison-Zielgeraden ihren Schrecken verloren.

„Wir müssen einfach mal die Fresse halten und mehr Fußball spielen“

Wer jetzt im nächsten Heimspiel gegen Schlusslicht Jahn Regensburg am Freitag (18 Uhr, Alte Försterei) eine Trotzreaktion erwartet, dem seien die Worte von Fabian Schönheim ins Gedächtnis gerufen. „Wir müssen einfach mal die Fresse halten und nicht so viel darüber quatschen, sondern mehr Fußball spielen, mehr laufen, mehr Zweikämpfe gewinnen.“

Dieses Kämpfen hatten die Köpenicker in Aalen erst in der zweiten Halbzeit versucht. „Die Betonung liegt jedoch auf versucht“, unterstrich Trainer Neuhaus.