Zweite Liga

Feuerwerk für Neuhaus - Union siegt gegen Sandhausen

Der 1. FC Union ist gut aus der Winterpause gestartet. Die Köpenicker rückten bis auf zwei Zähler an Relegationsplatz drei heran.

Foto: Hannibal Hanschke / dpa

Es begann mit einem Feuerwerk. Kurz vor dem Anpfiff böllerte es vor dem Stadion an der Alten Försterei, direkt im Wald hinter der Tribüne, auf der die Fans des 1. FC Union ihre Mannschaft anfeuern. Das von einigen Anhängern des Berliner Fußball-Zweitligisten initiierte Schauspiel machte schon vor Beginn der ersten 90 Punktspielminuten des Jahres deutlich: Es sollte laut werden.

Das wurde es. Vor dem Einmarsch der Mannschaften, als jene Bauarbeiter gefeiert wurden, die in den vergangenen Wochen bei klirrender Kälte das Dach der Tribüne montiert hatten und dafür mit freiem Eintritt belohnt wurden. Während des Spiels, das Union gegen den SV Sandhausen siegreich gestaltete. Und auch danach, als die 17.532 Zuschauer die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus frenetisch für das 3:1 (2:0) feierten.

Es war ein durch und durch gelungener Abend. Die 3617 Sitzplätze der neuen Haupttribüne waren nahezu vollständig gefüllt, wer sich für einen Stehplatz entschieden hatte, der erfreute sich immer wieder am Anblick des Bauwerks, das in gerade einmal sechs Monaten hochgezogen worden war. „Wir wollten den Abend genießen, ihn mit einem Sieg veredeln und die Tribüne gebührend einweihen. Das hat Spaß gemacht“, sagte Neuhaus.

Spiel mit Druck

Die Erleichterung, mit einem Sieg in den Saisonrest gestartet zu sein, war ihm anzumerken. „Es war schon ein Spiel mit einer gewissen Drucksituation, wo man nicht wusste, ob wir dem gewachsen sind“, erklärte der Coach.

Die Vorfreude auf das Spiel im neuen Stadion, die guten Resultate in der Vorbereitung (vier Siege, zwei Unentschieden), dazu ein Gegner, der auf dem vorletzten Platz der Tabelle um den Klassenerhalt kämpft – alles andere als ein Sieg, garniert mit einem guten Spiel, wäre eine Enttäuschung gewesen. Doch der Ausfall von Christopher Quiring (Grippe und 40 Grad Fieber) sowie die ebenfalls angeschlagenen Björn Jopek und Michael Parensen (beide Grippe) machten die Aufgabe nicht einfacher.

Erst Bluttests hatten die Gewissheit gebracht, dass Jopek und Parensen eingesetzt werden konnten. Das sollte sich auszahlen. Denn von Beginn an schlug Union ein hohes Tempo an. Mit Parensen auf der linken Außenbahn und Jopek auf der rechten. Und mit Christoph Menz, der überraschend im defensiven Mittelfeld auflief, ein gutes Spiel ablieferte und dafür vom Trainer ein „großes Lob“ erhielt. „Dieses Tempo wollten wir auch von Beginn an gehen, statt mit unseren Kräften zu haushalten“, sagte Neuhaus. Ein schnelles Tor sollte her, um erst gar keine Zweifel aufkommen zu lassen, dass der Sieger nur Union heißen kann.

Terodde lässt sich feiern

Gesagt, getan. Nach einer Ecke von Kapitän Torsten Mattuschka wurde Parensens Schuss noch von der Linie gekratzt, doch Simon Terodde wuchtete den Abpraller ins Netz. Sechs Minuten waren da gespielt. Terodde ließ sich zunächst für sein achtes Saisontor feiern, aber nach der Partie wurde nach Studium der TV-Bilder Parensen der Treffer zuerkannt.

„Vom Gefühl her war mein Schuss schon drin. Doch nachdem Simon als Torschütze genannt wurde, war ich mir nicht mehr so sicher“, sagte Parensen: „Wichtig ist, dass wir früh in Führung gegangen sind.“ Jede Erinnerung an das 0:2 im Hinspiel, als Union die Sandhauser mehr und mehr ins Spiel hatte kommen lassen und verlor, waren mit einem Mal wie weggefegt.

Und Union blieb am Drücker. Terodde scheitert zunächst mit einem Kopfball an SV-Keeper Daniel Ischdonat (10.), um nach gut einer halben Stunde den zweiten Treffer einzuleiten. Ein Schuss des Stürmers sprang Sandhausen-Verteidiger Julian Schauerte an die Hand – Elfmeter. Mattuschka ließ sich diese Chance nicht entgehen, 2:0 (32.).

Die Partie war damit praktisch entschieden, denn Sandhausen blieb über die gesamte Spielzeit den Nachweis der Zweitligatauglichkeit schuldig. Ein Schuss von Andrew Wooten war die einzige Möglichkeit vor der Pause (45.).

„Wichtig war, dass wir nach der Pause das 2:0 nicht nur verteidigt haben“, sagte Neuhaus. Der ganz große Schwung war zwar raus, zumal nun auch Sandhausen wenigstens versuchte gegenzuhalten. Doch Union-Torwart Daniel Haas musste nur einmal eingreifen, als er eine Flanke vor dem einschussbereiten Frank Löning wegfischte (62.).

Treffer nach 104 Sekunden

Kurz darauf brachte Union-Trainer Neuhaus mit Baris Özbek für Jopek den einzigen Winterzugang (66.) – und die endgültige Entscheidung. Exakt 104 Sekunden war der Mittelfeldmann im Spiel, als er nach einer Ecke von Mattuschka und einem Fehlversuch von Terodde goldrichtig stand und den Ball einfach ins Netz drosch (68.). „Das war natürlich ein Supereinstand für mich“, sagte Özbek: „Die neue Tribüne hat gleich Glück gebracht.“

Union ist durch den ersten Erfolg im neuen Stadion zumindest bis Sonntag Tabellenvierter, auch dank Aalens 2:2 gegen Bochum. „Dadurch haben wir auch den Druck auf die Teams erhöht, die vor dem Spieltag vor uns standen“, sagte Parensen. Und das nächste Feuerwerk wollen die Köpenicker am 11. Februar abbrennen – im Derby bei Hertha BSC.