Zweite Liga

Union-Trainer motiviert mit weniger Urlaub im Winter

Die Berliner wollen unbedingt die dritte Runde im DFB-Pokal erreichen. Doch dazu muss die Mannschaft ihre Spiel-Qualität erhöhen.

Foto: Axel Heimken / dapd

Die Prämie für das Weiterkommen im DFB-Pokal zu benennen, fiel Uwe Neuhaus nicht schwer. „Weniger Urlaub im Winter, ist das nicht Anreiz genug?“, fragte der Trainer des 1. FC Union. Selbst am Tag nach der unnötigen Heimniederlage gegen den SC Paderborn waren die Blicke bereits in Richtung zweite DFB-Pokalrunde gerichtet. Im neuen Stadion am Bieberer Berg wartet am Mittwoch Drittligist Kickers Offenbach auf den Zweitligisten (19 Uhr, Sky live). Und das Ziel ist klar: das Erreichen der dritten Runde, die zwei Tage nach dem letzten Punktspieltag des Jahres stattfindet, am 18. und 19. Dezember.

Was nicht heißen soll, dass die Partie gegen Paderborn keiner Aufarbeitung bedurfte. Es gab eine gute Nachricht. „Wir sind in der Lage, spielstarke Gegner über 90 Minuten zu kontrollieren“, sagte Neuhaus. Tatsächlich zählte die Leistung gegen die Westfalen zu den bislang besseren der Berliner in dieser Spielzeit. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen, „das haben wir gut erledigt – bis auf das Wesentliche“, so Neuhaus. Gemeint war das Toreschießen. Doch dass Union nicht konsequent seine Chancen verwertet, ziehe sich wie ein roter Faden durch die Saison.

Standardsituationen sind nicht Unions Trumpf

Womit wir auch schon bei den schlechten Nachrichten sind. Auch die Standardsituationen sind derzeit kein Trumpf im Spiel der Unioner. „Da müssen wir die Qualität unbedingt wieder erhöhen“, sagte Neuhaus. Und erklärte: „Wir sind in viele Situationen falsch reingelaufen“, monierte der Trainer. Gegen Paderborn muss man bei „gefühlten 15 Ecken und 15 Freistößen gefährlicher sein“. Das würde die eigene Sicherheit steigern und die des Gegners untergraben.

Apropos Sicherheit: Selbst bei den Köpenicker Kickern nahm diese mit zunehmender Spielzeit, spätestens jedoch mit dem Gegentreffer eine Viertelstunde vor Schluss immer weiter ab. „Wenn bei so einem Spielverlauf eine Mannschaft unruhig wird, dann wir, das war zu erwarten“, meinte der Coach. „Weil wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten und deshalb mehr riskiert haben“, fügte Innenverteidiger Christian Stuff hinzu. Kein Wunder, mit dem zweiten Sieg im Heimspiel-Doppelpack – zuvor gab es ein glückliches 1:0 gegen den FSV Frankfurt – sollte endlich der Schritt in die obere Tabellenhälfte gelingen. So blieb es jedoch bei dem Drei-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge, weil mit Dresden, Unions nächstem Gegner in der Liga, Regensburg, Sandhausen und Bochum auch die Konkurrenz verlor.

„Sicher wäre ich lieber mit einem Sieg zum Pokalspiel nach Offenbach gefahren“, sagte Neuhaus. Doch auch wenn die Serie von fünf Spielen ohne Niederlage ihr jähes Ende fand, „werden wir uns jetzt nicht eingraben“. Dazu besteht bei der Aussicht auf weniger Urlaub im Winter auch gar kein Anlass.