1. FC Union Berlin

Mattuschka sichert einen Punkt gegen St. Pauli

Union ist in dieser Saison auswärts weiter ohne Sieg. Über den Punkt für das 2:2 gegen St. Pauli können sich die Berliner aber freuen.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Einen Luftzug vielleicht, mehr werden die Umstehenden nicht wahrgenommen haben. Und die Parade, die Philipp Tschauner, der Torwart des FC St. Pauli, da versuchte, fällt auch mehr in die Kategorie „in Deckung gehen“ – solche Wucht hatte der Schuss, den Torsten Mattuschka abfeuerte.

Alle Anspannung, allen Frust, alle Wut aus den vorangegangenen 83 Spielminuten hatte der Kapitän des 1. FC Union in seinen dritten Saisontreffer gelegt. „Zum Glück habe ich den Ball gut getroffen, und wir haben noch einen Punkt mitgenommen“, sagte Mattuschka hinterher. Union spielte 2:2 (1:0) am Millerntor und liegt zumindest bis Sonnabendnachmittag auf Rang elf.

Mattuschka war es auch, der Union in Führung gebracht hatte. Es lief die 21. Minute, als er sich das erste Mal ein Herz gefasst hatte, zunächst entscheidend gegen Florian Kringe nachsetzte und dann Tschauner mit einem 20-Meter-Schuss düpierte. Zwischen diesen beiden Treffern lag alles, was vor dem Duell erwartet worden war: Kampf, viel Kampf und noch mehr Leidenschaft. Wobei sich die Unioner schon vorwerfen lassen müssen, ihre leichte Überlegenheit nach der Führung nicht weiter genutzt zu haben. Stattdessen hatte St. Pauli durch Sebastian Schachten (37.) und Mahir Saglik (39.) Möglichkeiten zum Ausgleich. Doch schon in der Anfangsphase, in der die Hausherren loslegten wie aufgeputscht, wurden beste Chancen vergeben: Saglik traf nach einem mustergültigen Konter nur den Pfosten (14.), scheiterte danach aus 30 Metern an Union-Torwart Daniel Haas (17.).

Neuhaus: Chancen nicht konsequent zu Ende gespielt

Dies sollte sich nach der Pause ändern. Gerade 2:06 Minuten waren gespielt, als Florian Mohr einen Eckball aus fünf Metern per Kopf verwertete (48.), eingerahmt von Unions Defensivspielern Marc Pfertzel und Markus Karl. „Wir sind nach der Pause richtig schlecht aus der Kabine gekommen“, sagte Mattuschka. Und die Gastgeber legten nach, angetrieben von 21.045 Fans im ausverkauften Stadion. Daniel Ginczek schickte Fin Bartels steil, der schob den Ball an Haas vorbei, der vergeblich aus seinem Tor eilte (69.). Wieder hatte Union einen Vorsprung in der Fremde verspielt, wieder war der so erhoffte erste Auswärtssieg in dieser Saison außer Reichweite. „Leider haben wir unsere Chancen nicht konsequent zu Ende gespielt“, monierte Union-Coach Uwe Neuhaus im Anschluss an „ein richtig gutes Zweitliga-Spiel“.

Immerhin: Die Köpenicker ließen sich auch nach dem Rückstand nicht hängen. Eine Folge des gestiegenen Selbstvertrauens nach zwei Siegen und einem Remis zuvor in der englischen Woche. Ebenso wie der Dropkick, den Torsten Mattuschka sechs Minuten vor dem Ende auf die Reise schickte, nachdem der am Freitagabend unglücklich agierende Simon Terodde den Ball im Strafraum schon verstolpert hatte. Oder wie es St.-Pauli-Kapitän Fabian Boll formulierte: „Das war brutal.“