Partie in Hamburg

St. Pauli soll für Union Berlin zum Heimspiel werden

Seit einem halben Jahr warten die Berliner auf einen Auswärtssieg. In Hamburg stehen die Chancen dafür so gut wie lange nicht mehr.

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Auswärtssieg. Seit Monaten ist dieser Begriff ein Fremdwort im Vokabular des 1. FC Union. Der Fußball-Zweitligist wartet seit über einem halben Jahr auf die volle Punkteausbeute in der Fremde. Am heutigen Freitag bietet sich beim FC St. Pauli (18 Uhr, Sky live) die nächste Gelegenheit, das Wort wieder ins Gedächtnis zurückzurufen. Und es ist nicht die schlechteste.

Denn während bei den Hamburgern die Unsicherheit derzeit ein ständiger Begleiter ist, haben die Unioner in die Erfolgsspur zurückgefunden. „Wir werden nicht auf einen Gegner voller Selbstvertrauen treffen, bei dem das Spielerische so locker rüberkommt wie zuletzt bei Cottbus“, sagte Uwe Neuhaus. Unions Coach hat im Zuge der Trainerposse der vergangenen Tage und Wochen auch eine gewisse „Unruhe im Verein und im Umfeld“ ausgemacht. Und doch bleiben Zweifel. Darüber, ob „die Situation in Hamburg uns überhaupt in die Karten spielt“, so Neuhaus.

Neuhaus fordert „Heimmentalität“

Wie soll also am Millerntor nun der Bock umgestoßen werden? Neuhaus weiß eine Antwort: „Ich erwarte eine Heimmentalität.“ Soll heißen: Mehr Mut und Gier nach einem Tor, Selbstvertrauen für den „allerletzten Schritt“ (Neuhaus), so wie es die Mannschaft gegen den 1. FC Köln, mehr noch gegen Energie Cottbus gezeigt hat. Dies war in den bisherigen Auswärtsauftritten der Spielzeit in Kaiserslautern (3:3), Sandhausen (0:2), Ingolstadt (1:2) und Aue (1:1) nicht oder nur bedingt der Fall gewesen. Oft hätten die Seinen nur „gefällig gespielt und sich damit zufrieden gegeben“, erklärte der Trainer. Damit soll es nun auf St. Pauli vorbei sein.

Talent Jopek verlängert bis 2015

Neuralgischster Punkt ist auch diesmal die Abwehr, die durch die Rot-Sperre von Fabian Schönheim umgebaut werden muss. Die Frage, wer neben dem Innenverteidigerpaar Christian Stuff/Roberto Puncec links verteidigen wird, will der Coach erst heute beantworten. Patrick Kohlmann ist nach überstandenem Infekt wieder im Kader, ob es schon für die Startelf reicht, bleibt abzuwarten. Dann ist da Maurice Trapp, der an St. Pauli keine guten Erinnerungen hat. Im April flog er mit Gelb-Rot vom Platz. „Jetzt weiß er natürlich, was auf ihn zukommt“, sagte Neuhaus. Andererseits könnte sich der Platzverweis auch negativ auswirken, weil der 20-Jährige am Millerntor nun vielleicht etwas entmutigt in die Partie gehen könnte.

Ganz und gar nicht entmutigt dürfte Björn Jopek heute auftreten. Gestern unterschrieb das 19 Jahre alte Talent einen Vertrag bis 2015 bei den Köpenickern, gültig für die ersten drei Ligen. „Über die Chance im Sommer habe ich mich riesig gefreut, und ich bin stolz, dass ich das Vertrauen rechtfertigen konnte“, sagte Jopek. Sein Spielwitz könnte der entscheidende Faktor für einen Auswärtssieg sein.