FC Union Berlin

Farbbeutel-Angriff auf Haus von Unions Stadionsprecher

Hertha-Präsident Gegenbauer hat sich nach der blau-weißen Beschmutzung bei Arbeit entschuldigt. Der Täter wird noch gesucht.

Der Schreck war Christian Arbeit mächtig in die Glieder gefahren. Im Vorfeld des Derbys zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC (1:2) war das Haus des Union-Pressesprechers mit Farbbeuteln beworfen worden. Die Mischung der Beutel bestand aus den Farben blau und weiß. „Ich war in erster Linie sauer, meine Familie vor allem besorgt. Für sie ist es wesentlich unangenehmer, weil sie mit Union nichts zu tun hat”, sagte Arbeit Morgenpost Online. In dem Haus leben die Kinder von Arbeit sowie deren Mutter, von der er seit Jahren getrennt lebt.

Der Angriff ist ein neues Beispiel für die Übergriffe auf die Privatsphäre von Fußballern oder Verantwortlichen von Profiklubs. Um nur einige Fälle zu nennen: So ist es geschehen bei Kevin Pezzoni, der nach Fan-Mobbing seinen Vertrag beim 1. FC Köln aufgelöst hat. So geschehen bei Daniel Bauer, der wegen Fan-Drohungen vom 1. FC Magdeburg flüchtete und mittlerweile bei Regionalligist VfB Oldenburg spielt.

Nun ist Arbeit jemand, der eine Doppelfunktion ausübt als Pressesprecher und als Stadionsprecher des Fußball-Zweitligisten. Am Stadionmikrophon legt es Arbeit öfter mal drauf an zu polarisieren. Etwa, als er bei der Stadioneröffnung der Alten Försterei vor drei Jahren sich über die Gäste von Hertha BSC lustig machte.

„Natürlich stehe ich ein wenig bildhaft für Union“, sagte Arbeit, „aber wenn es so losgeht, dann gute Nacht. Man kann mich in meiner Funktion als Klubsprecher kritisieren, aber nicht mein Privatleben angreifen.“

Der Vorfall geschah in der Nacht von Donnerstag zu Freitag, Arbeit hat umgehend eine Anzeige erstattet. Die Täter sind bisher nicht ermittelt. Aufgrund der Farbkombination ist es aber naheliegend, dass sie einen Hertha-Hintergrund haben.

Im Internet wurde die Farbbeutel-Attacke heftig diskutiert. Im Morgenpost-Online-Blog immerhertha.de schrieb der Nutzer ‚Freddie1': „Na Bravo! Diese Penner reißen mit ihren Är… wieder ein, was Hertha sich mühsam nach den Relegationsspielen aufbaut.“ Der User ‚Sunny1703' schrieb: „Es ist Zeit für Solidarisierungen. Solidarisierungen der Vereine untereinander und der Fans, die von solchen Leuten, die von solchen Dingen wie bei Pezzoni und bei Arbeit die Schnauze voll haben.“ Der Nutzer ‚Tunnfish' schrieb: „Egal wer es war: Vollidioten, die Hertha schaden.“ Im Blog „Schuss.Tor.Hinein!“ schrieb der Autor zu dem Farbbeutel-Angriff: „Totales no-go und absolutely NOT IN MY NAME, liebe sogenannte Herthaner!“

Die Angelegenheit offenbart immerhin, dass ungeachtet des Ballyhoos um das Derby die Atmosphäre zwischen den Vereinen besser ist, als man vermuten kann. So hat sich Hertha-Präsident Werner Gegenbauer nach dem Derby in der Wuhlheide bei Arbeit entschuldigt. Zu Morgenpost Online sagte Gegenbauer: „Egal, ob das Hertha-Fans waren oder nicht: Ich verurteile das scharf. Das geht gar nicht.“

Hertha BSC hatte sofort an jenem Freitag Kontakt zum Union-Pressesprecher aufgenommen. Und spontan angeboten, bei der Beseitigung des Schadens behilflich zu sein. Das wollte Arbeit nicht, sagte aber: „Hertha BSC hatte sich gleich bei mir gemeldet, obwohl der Verein dafür gar nichts kann. Auch Hertha-Präsident Werner Gegenbauer kam am Montag noch zu mir. Das habe ich als sehr angenehm empfunden. Das Verhältnis zwischen beiden Vereinen ist absolut in Ordnung.”