Zweite Liga

Union schlägt Braunschweig und wird zum Aufstiegskandidaten

Saisonziel erreicht: Durch den Heimsieg gegen Braunschweig ist den Berlinern der einstellige Tabellenrang nicht mehr zu nehmen.

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Uwe Neuhaus schüttelte lachend den Kopf und fasste sich ungläubig an die Stirn. Gerade hatte der Trainer von Zweitligist 1. FC Union mit seinem Team Eintracht Braunschweig 1:0 (1:0) besiegt, da stellte sein Amtskollege aus Niedersachsen eine gewagte Prognose auf, die Neuhaus überraschte, die er aber wohl dennoch gerne zur Kenntnis nahm. „Wir haben heute gegen eine Mannschaft gespielt, die im nächsten Jahr um den Aufstieg spielt“, sagte Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht, nachdem Union durch den Treffer von Simon Terodde (30.) und einer vor allem in der ersten Hälfte überzeugenden Leistung Platz sieben gefestigt hatte.

Von Beginn an war Union vor 17.028 Zuschauern um Spielkontrolle bemüht und erarbeitete sich schnell ein optisches Übergewicht. Dabei lief viel über den agilen Chinedu Ede auf der linken Seite. Insgesamt leisteten sich die Hausherren in ihren Offensivaktionen aber zu viele Ungenauigkeiten, weshalb Gäste-Schlussmann Daniel Davari erst nach fast einer halben Stunde wirklich ernsthaft in Bedrängnis geriet. Die scharfe Hereingabe von Patrick Kohlmann konnte Terodde aber nicht verwerten (29.).

Besser machte es der Angreifer nur eine Minute später: Nach einem flachen Pass von Ede drehte sich Terodde im Fünfmeterraum um die eigene Achse und verwandelte trocken zur verdienten Führung. Beflügelt vom Treffer zog Union um den Strafraum der Gäste ein regelrechtes Power-Play auf, verpasste es aber trotz guter Kombinationen die Führung vor der Pause auszubauen.

Die Überlegenheit des ersten Durchgangs büßte Union nach dem Wechsel jedoch ein. Schwindende Kräfte und wohl auch das Gefühl der Überlegenheit führten zu Unkonzentriertheiten, zudem begann auch die Eintracht sich endlich aktiv an der Begegnung zu beteiligen und gegen die drohende Niederlage zu stemmen.

Das Spiel verlagerte sich immer weiter in die Hälfte der Unioner, die nur noch selten zu Entlastungsangriffen über Terodde und Sturmpartner Steven Skrzybski, der nach einem Zweikampf im Braunschweiger Strafraum verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, kamen. Braunschweig versäumte es jedoch, aus den zahlreichen Chancen Profit zu schlagen.

„Insgesamt bin ich absolut stolz auf meine Mannschaft. Sie haben heute alles ausgepackt, was drin war“, sagte Neuhaus. Und fügte scherzhaft hinzu: „Deutscher Meister wäre mir lieber, aber Ost-Meister ist auch ganz schön.“ Union, weiterhin beste ostdeutsche Mannschaft in Liga zwei, baute durch den Sieg den Vorsprung auf den Tabellennachbarn Braunschweig auf vier Zähler aus. Am kommenden Wochenende tritt Union in Düsseldorf an.