Vor Heimspiel

Union will gegen Duisburg endlich wieder jubeln

Im Lager der Köpenicker gab es zuletzt wenig zu feiern. Nur vier von fünfzehn möglichen Punkten hat der 1. FC Union in diesem Jahr geholt. Nun treffen die Eisernen auf Duisburg - dort ist die Bilanz nach fünf Niederlagen in Folge noch verheerender. Union will im Duell der Enttäuschten wieder glänzen.

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Sie hatten etwas gutzumachen. Also beschlossen die Spieler des MSV Duisburg, sich für die Unterstützung ihres Anhangs in den vergangenen Wochen zu bedanken. Nicht irgendwie, sondern in Form von 250 Stehplatztickets für das Auswärtsspiel des MSV am Freitag beim 1. FC Union (18 Uhr, Alte Försterei, Sky live). Emil Jula, Goran Sukalo und Vasilios Pliatsikas ließen es sich nicht nehmen, die Karten höchstselbst an den Fan zu bringen. „Das war eine tolle Geste der Fans, als sie uns trotz der Niederlage gegen Greuther Fürth angefeuert haben“, erklärte Sukalo: „Wir möchten den Fans dafür etwas zurückgeben.“

An eine ähnliche Aktion hat man im Lager des Berliner Fußball-Zweitligisten noch nicht gedacht, auch wenn es für die Fans der Köpenicker zuletzt ähnlich wenig zu bejubeln gab. „Dennoch denke ich, dass unsere Fans mit unseren Leistungen einverstanden sind“, sagte Uwe Neuhaus, Unions Trainer. Das gilt trotz der Negativserien sicherlich für beide Mannschaften.

Union gegen Duisburg – das ist am 25. Spieltag im Bundesliga-Unterhaus das Duell der Enttäuschten. Wobei es den Gästen ohne Zweifel schlechter ergeht in der Spielzeit 2011/12. Denn während Union am Freitagabend zunächst einmal den Negativtrend von drei Spielen ohne Sieg stoppen möchte, stehen die Duisburger schon jetzt vor den Trümmern einer Spielzeit, in der man sich weit mehr ausgerechnet hatte. Als Überraschungs-Pokalfinalist waren die Zebras in die Saison gestartet, wollten sogar einen Blick in Richtung Erstliga-Rückkehr riskieren. In jedem Fall wollte der MSV „im oberen Drittel mitspielen“, hatte Milan Sasic als Minimalziel ausgegeben. Sasic wurde längst von Oliver Reck als Trainer abgelöst. Und auch der ehemalige Torwart steht schon wieder vor dem Aus. Nach fünf Niederlagen in Folge muss an der Alten Försterei ein Sieg her. Um deutlich zu machen, wie ernst die Lage beim MSV tatsächlich ist, hängt die aktuelle Tabelle in der Kabine der Spieler. Reck: „Damit versteht auch der Letzte, wo wir stehen.“

Dass Duisburg auf dem Relegationsplatz liegt, 15 Punkte und acht Plätze hinter Union, gibt den Berlinern dennoch kein Gefühl von Sicherheit – darf es auch nicht. Gerade nach den vergangenen Leistungen, die allesamt für gut befunden wurden, denen aber auch kein Ertrag in Form von Punkten gegenüber stand, besteht die Gefahr, einen solchen Gegner zu unterschätzen. „Die Duisburger Mannschaft ist absolut intakt“, weiß Uwe Neuhaus. Der so oft bemühte Vergleich mit einem angeschlagenen Boxer sei hier durchaus angebracht, fügte der Union-Coach hinzu: „Das ist der Punkt, wo ich den Finger hebe und sage: Achtung!“

Fakt ist: Union ist klarer Favorit. „Jeder erwartet von uns doch ohnehin einen hohen Sieg“, sagte Torsten Mattuschka. Der Kapitän war es, der nach dem verpassten Sieg in Ingolstadt die Befindlichkeiten innerhalb des Teams in Worte fasste. Gleiches tat er nun vor dem Duell mit dem MSV. „Wir wollen zu Hause endlich mal wieder ein Spiel gewinnen.“ Zuletzt war dies am 11. Februar gegen Dynamo Dresden der Fall. „Und wenn wir alles abrufen, sollten wir die Punkte auch hier behalten“, ist sich Mattuschka sicher. Die Forderung nach einer vollen Punkteausbeute ist dabei nicht zu überhören.

Und dann ist da doch noch jene kleine Lücke in der Mauer zu entdecken, die die Unioner davor schützen soll, den MSV nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Es war der Trainer höchstselbst, der festhielt, dass den Duisburgern die „Sicherheit fehlt, vielleicht auch wegen des Trainerultimatums“. Die Fans – und zwar auf beiden Seiten – werden jedenfalls genau hinschauen, wie sich ihre Mannschaft aus der Affäre zieht. Denn gelingt den Unionern erneut kein Sieg, werden es womöglich sie sein, die bei ihrem Anhang etwas gutzumachen haben.

So wollen sie spielen: Glinker – Pfertzel, Stuff, Menz, Kohlmann – Karl – Ede, Mattuschka, Parensen – Silvio, Terodde