Union gegen Dresden

Risikospiel - mehr als 1100 Polizisten im Einsatz

Wenn Dynamo Dresden in der Alten Försterei auf Union trifft, geht es um mehr als ein sportliches Derby. Das Hooligan-Image eilt den Sachsen voraus. Ein Großaufgebot der Polizei begleitet die brisante Partie.

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Die Polizei und die Zweitliga-Vereine 1. FC Union Berlin und Dynamo Dresden richten sich auf ein heißes Ost-Derby am Sonnabend im Köpenicker Stadion „An der Alten Försterei“ ein. Die Gastgeber sind gewarnt, denn noch sind die Bilder von randalierenden Dresden-Fans beim DFB-Pokalspiel in Dortmund allgegenwärtig. Der DFB hat die Partie zum Risiko-Spiel erklärt.

Wie die Gewerkschaft der Polizei am Freitag mitteilte, wird sich Berliner Polizei gemeinsam mit Hundertschaften aus anderen Bundesländern mit etwa 1100 Einsatzkräften auf die Partie vorbereiten. Der Landesbezirksvorsitzende der GdP, Michael Purper, veröffentlichte zudem einen Vergleich: Zum Schutz des DFB-Pokalspiels von Hertha BSC gegen Borussia Möchengladbach im Olympiastadion waren am Mittwoch nur 400 Polizeibeamte im Einsatz.

"Schon 2007/2008 und 2009 haben gewalttätige Anhänger der SG Dynamo Dresden bei den Spielen beider Mannschaften in Berlin die Auseinandersetzung mit der Polizei und den Fans des 1. FC Union Berlin gesucht“, erklärte der Berliner GdP-Vorsitzende und forderte die Liga-Vereine auf, „mit aller Konsequenz gegen Gewalttäter aus ihren Fan-Gruppierungen“ vorzugehen. Nur so könne die Gewaltspirale rund um den Fußball zurückgedreht werden.

In einer gemeinsamen Sicherheitsbesprechung beider Vereine mit der Polizei waren erforderliche Maßnahmen verbindlich festgelegt worden. Daher sind die Klubs optimistisch, das Traditionsduell ohne Randale über die Bühne zu bringen. Die Berliner setzten zu dem Match 300 eigene Ordner im Stadion ein. Rund 20 Ordner aus Dresden begleiten gemeinsam mit der Polizei die erwarteten 1600 Gäste-Fans vom S-Bahnhof Spindlersfeld zum Stadion.

Als „Vertrauensbeweis“ wertete Dynamo-Pressesprecher Enrico Bach am Freitag das Zugeständnis der Polizei an die Dresdner Fans, eine geplante Choreographie im Stadion zu erlauben. Er verband dies zugleich mit der Hoffnung, dass sich die sächsischen Fans dieses Vertrauens würdig erweisen.

Aus Sicherheitsgründen wurde den mit der Bahn reisenden Fußballfans die Mitnahme von Glasflaschen, Getränkedosen und Pyrotechnik in der Berliner S-Bahn, den Reisezügen und dem eingesetzten Entlastungszug durch die Bundespolizei untersagt.

Zusätzlich verbot das Bezirksamt Treptow-Köpenick das Mitführen und den Verkauf von Glasflaschen als potenzielle Wurfgeschosse im weiten Umfeld des Stadions. Die Polizei wird mit mehreren hundert Beamten im Einsatz sein, die die Einhaltung der Verbote überwachen.