Nach Pokalaus

Union-Trainer Neuhaus bittet zum Straftraining

5:6 gegen einen Viertligisten: Nach dem blamablen Ausscheiden in der ersten DFB-Pokalrunde in Essen streicht Coach Uwe Neuhaus seinen Kickern den freien Sonnabend und kündigt eine härtere Gangart an.

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Er hatte es angekündigt, und so ließ die erste Maßnahme als Folge der DFB-Pokalblamage nicht lange auf sich warten. Statt seine Mannschaft direkt nach der Rückkehr aus Essen am Sonnabend in den frühen Morgenstunden auslaufen zu lassen, verdonnerte Uwe Neuhaus die Spieler zu einer vollen Einheit am Nachmittag. Straftraining statt freier Tag, oder wie es der Trainer des 1. FC Union nannte: „Sie können sich darauf einstellen, dass ich das eine oder andere im Umgang mit der Mannschaft ändern werde.“

Erneutes Aus in der ersten Pokalrunde

Der Druck auf Union nimmt zu nach dem verpatzten Saisonstart mit nur einem Punkt aus zwei Liga-Spielen und dem erneuten Scheitern in der ersten Pokalrunde. „Den Druck hat sich die Mannschaft selber gemacht, den wird sie nicht nur von mir bekommen, den wird sie überall spüren“, sagte Neuhaus. Man kann im Pokal bei einem Regionalligisten ausscheiden, erst recht im Elfmeterschießen. Doch wenn man als Zweitligist kaum in der Lage ist, den Klassenunterschied deutlich zu machen, kommt man in Erklärungsnot.

Noch immer sind die Defizite, die Union schon in der vergangenen Saison in arge Schwierigkeiten gebracht hatten, nicht beseitigt. Trotz Größenvorteilen in der Innenverteidigung „macht ein 1,30 Meter großer Spieler den Ball mit dem Kopf rein“, fauchte Neuhaus. Auch die „individuellen Fehler“ beim zweiten Gegentor waren nicht zu übersehen. Vor allem Torwart Jan Glinker darf sich dabei mit seinem überstürzten Ausflug aus dem Tor angesprochen fühlen. Nach dem Patzer von Stammtorhüter Marcel Höttecke , der die Niederlage im Ligaspiel gegen Fürth einleitete, und dem Fehler Glinkers in Essen steuert Union unweigerlich auf eine neue Torwartdiskussion zu. Beide Keeper hinterlassen keinen souveränen Eindruck.

Darüber hinaus ist es Marc Pfertzel erneut nicht gelungen, auf der rechten Abwehrseite zu zeigen, dass er tatsächlich eine Verstärkung ist. Vor allem beim ersten Gegentor stand er von seinen Gegenspielern zu weit weg. Dass ihn der Trainer schon zur Halbzeit vom Feld nahm, zeigt sein Missfallen an Pfertzels Auftritt.

Gleiches gilt für die Abteilung Attacke. „Wir haben nicht viele Torchancen gehabt“, bemängelte Neuhaus. Und selbst wenn sein Team auf den Außenbahnen einmal durchgekommen war, „hätten wir mit dem Querpass den eigenen Mann finden müssen“, so der Coach. Das geschah so gut wie gar nicht. Neuhaus nahm vor allem seinen Kapitän in die Pflicht: „Von Torsten Mattuschka hatte ich mir viel, viel mehr erhofft.“

„Das ganze Dilemma, das uns zurzeit verfolgt, konnte man an der Art und Weise der Elfmeter sehen. Mit Ausnahme von Silvio waren sie ohne Mumm geschossen“, sagte Neuhaus. Es wird Aufgabe des Trainers sein, der Mannschaft neues Selbstvertrauen einzuimpfen. Ansonsten dürfte sich auch der Druck auf Neuhaus selbst, dem sportlich Alleinverantwortlichen bei Union, schlagartig erhöhen. Verteidiger Patrick Kohlmann war es, der mit Blick auf das kommende Liga-Heimspiel gegen Paderborn am Freitag (18 Uhr, Alte Försterei, Live im ) treffend formulierte: „Da müssen wir unbedingt gewinnen, um dem Ganzen schnell eine andere Richtung zu geben.“