Zweite Liga

Remis gegen Frankfurt ist Warnschuss für Union

Ein 1:1 im Auftaktspiel ist zu wenig für die Eisernen, die einen einstelligen Tabellenplatz in Angriff nehmen. Zu wenig Ballbesitz, zu viele verlorene Zweikämpfe - das muss sich gegen Fürth ändern.

Die Nacht war lang. Direkt im Anschluss an die Rückfahrt aus Frankfurt hatte Trainer Uwe Neuhaus seine Mannschaft zum Auslaufen an der Alten Försterei gebeten – das war gegen vier Uhr Sonnabendmorgen. Nicht das erste Mal, dass die Spieler des Berliner Fußball-Zweitligisten aus dem Bus auf den Trainingsplatz mussten. Eine Maßnahme, die lange vor dem 1:1 (1:0) beim FSV Frankfurt feststand, schließlich sollten die Unioner den Rest des Sonnabends sowie den Sonntag frei bekommen.

Neben der Regeneration ist damit genügend Zeit, um sich Gedanken darüber zu machen, warum der erhoffte Sieg zum Saisonstart nicht gelang. Zumal der FSV zu den Mannschaften zählt, die die Köpenicker in der Endabrechnung hinter sich zu lassen hoffen. Union bekam am Freitagabend einen ersten Vorgeschmack, wie schwer das Unternehmen neunter Platz werden wird. Ihre Enttäuschung über das Resultat – wie wohl auch über ihren Auftritt vor allem in der zweiten Halbzeit – konnten die Spieler jedenfalls nicht verbergen, weder beim Abklatschen mit den Fans, noch bei der Heimfahrt.

Bot Union in der ersten Halbzeit wenigstens noch gefälliges Kombinationsspiel, so überließ man dem Gegner nach der Pause jedoch nahezu völlig das Feld. Erklärungsversuche. „Wir haben nicht mehr kompakt verschoben und haben Lücken zugelassen“, sagte Markus Karl. Statt den Ball nach vorne zu spielen, wurde er einfach nur noch weggeschlagen. Ein konstruktiver Spielaufbau ist damit nicht möglich. „Nachdem wir unsere Ordnung verloren haben, kam Frankfurt zu Chancen“, so Karl weiter.

Damit erklärt sich auch der magere Ballbesitz für den 1. FC Union von gerade einmal 39 Prozent. Und: „Nachdem der FSV einen zweiten Stürmer gebracht hatte, waren wir die ganze Zeit in Unterzahl“, bilanzierte Rechtsverteidiger Marc Pfertzel. Union reagierte nur noch statt zu agieren. Genau das sollte allerdings nicht passieren.

Lediglich eine wirkliche Torchance erarbeiteten sich die Berliner selbst, jene, die zur Führung durch Silvios Elfmeter führte. Die zweite Einschussmöglichkeit durch Christopher Quiring nach Pass von Christoph Menz entsprang einem Frankfurter Fehler. Anders als in den Testspielen gab es für die neue Abteilung Attacke mit Simon Terodde und Silvio richtig Gegenwehr – und prompt bekam sie Probleme. Von der Torgefahr, die man sich im Lager der Rot-Weißen wünscht, war jedenfalls noch nichts zu sehen.

Und noch etwas war am Bornheimer Hang frappierend: Union gewann lediglich 38 Prozent seiner Zweikämpfe, zu wenig, um tatsächlich einen einstelligen Tabellenplatz in Angriff zu nehmen. Wenn man so will, waren die 90 Minuten in Frankfurt gleich zu Beginn ein Warnschuss zur rechten Zeit.

Schon im kommenden Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth am Sonnabend (15.30 Uhr, Alte Försterei) können die Unioner vieles besser machen. Sie müssen es auch, soll der Saisonauftakt nicht völlig misslingen. Schon jetzt werden böse Erinnerungen wach. In der vergangenen Spielzeit setzte es zum Start nach einem Unentschieden auswärts gleich eine Niederlage zu Hause. Gegner im ersten Heimspiel damals: Fürth.