Polnische Chaoten

Polizei schreitet bei Testspiel von Union ein

Fußball-Zweitligist 1. FC Union Berlin hat ein Testspiel gegen den polnischen Zweitligisten Pogon Szczecin mit 1:0 gewonnen. Doch Chaoten randalierten vor und in der Alten Försterei.

Viertes Testspiel, vierter Sieg für den 1. FC Union im Rahmen der Vorbereitung auf die Zweitliga-Saison 2011/12. Doch das Sportliche rückte am Dienstag beim 1:0 (0:0) der Köpenicker gegen Pogon Stettin immer wieder in den Hintergrund. Anlass dazu gaben immer wieder die gut 600 Fans des polnischen Zweitligaklubs unter den 3900 Zuschauern in der Alten Försterei. Denn während der Partie gab es vor dem Stadion Zusammenstöße zwischen Chaoten aus dem Land des EM-Gastgebers 2012 und der Berliner Polizei. Rund 300 Beamte waren im Einsatz. Mehrere Polizisten wurden verletzt, etwa 20 überwiegend polnische Fans wurden festgenommen. Ihnen wird unter anderem Landfriedensbruch, Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz, Gefangenenbefreiung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen.

Schon vor dem Anpfiff war klar, dass der Dienstagabend aus Union-Sicht nicht nach Plan laufen sollte. Weil die Mehrheit der Stettiner Fans auf der Autobahn im Stau stand, wurde der Anpfiff der Partie um eine halbe Stunde nach hinten verlegt. Als es schließlich um 19.30 Uhr los ging, standen immer noch hunderte Pogon-Fans vor den Kassen, offenbar nicht bereit, den ermäßigten Eintritt in Höhe von acht Euro zu bezahlen. Die Polizei musste eingreifen. Selbst Klubchef Dirk Zingler musste intervenieren, damit die Situation nicht eskaliert. Schließlich erklärte sich Union bereit, den Eintritt auch in polnischen Zlotty anzunehmen.

Die Partie musste sogar für wenige Minuten unterbrochen werden, nachdem die Köpenicker in Führung gegangen waren. Denn unmittelbar nach dem Treffer von Markus Karl – ein herrlicher Kopfball nach einem Freistoß von Kapitän Torsten Mattuschka – in der 57. Minute drehten die Pogon-Anhänger durch. Leuchtraketen wurden gezündet, zahlreiche Böller flogen auf das Spielfeld. Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) blieb nichts anders übrig, als beide Mannschaften für einen Moment vom Feld zu schicken. Der unmittelbar darauf folgende Ruf aus dem Union-Fanblock („Pyrotechnik ist kein Verbrechen“) war in diesem Zusammenhang allerdings völlig unangebracht.

Bereits am Sonnabend wartet mit Carl Zeiss Jena der nächste Testspielgegner auf Union. Anpfiff ist in der Alten Försterei um 15 Uhr.