Die Verbundenheit auf dem Platz ist ihnen stets anzusehen, auch am Donnerstag war das nicht anders. Locker und mit einem Lachen im Gesicht gingen Daniel Göhlert und Christian Stuff aufeinander zu, gerade war der Ball verloren gegangen, und einer von beiden musste nun in die Mitte des Kreises aus Mitspielern, um dem Spielgerät hinterherzujagen. Keine besonders beliebte Aufgabe, bei deren Verteilung es schon mal ein wenig Gemotze geben kann, wenn unklar ist, wer den Fehler gemacht hat.
Stuff und Göhlert aber lösten das Problem stumm: Einmal Schnick-Schnack-Schnuck, und schon stand fest, dass es in diesem Fall Göhlert erwischt hatte. Ein eingespielteres Duo als sie gibt es bei Union wohl nicht, schon seit 2006 und damit auch in der Aufstiegssaison spielten sie Seite an Seite. In diesem Jahr aber ist alles ein bisschen anders. Zu Beginn der Saison brachte vor allem die Verpflichtung von Ahmed Madouni das Duo auseinander, der Algerier war gesetzt – bis er sich am Wadenbeinköpfchen verletzte und nun schon seit November ausfällt. Seitdem haben Stuff und Göhlert die Mehrzahl der Spiele wieder gemeinsam bestritten. Auch zum Rückrundenauftakt gegen Aachen schickte Trainer Uwe Neuhaus ein wenig überraschend Göhlert aufs Feld – im Test gegen Teplice spielte noch Bernd Rauw.
Stuff jedenfalls muss lachen, wenn er darauf angesprochen wird, dass er wohl auf ewig neben Göhlert spielen wird. „Dass wir uns nicht nur auf dem Platz gut verstehen, ist ja kein Geheimnis“, sagt er. Doch ein wenig trügt die Idylle. Bei beiden Spielern laufen zum Saisonende die Verträge aus, sie stehen in aktuellen Verhandlungen. Stuff dürfte momentan die besseren Karten haben. „Ich bin sehr guter Dinge, denn wie es aussieht, sind beide Seiten daran interessiert, zu verlängern“, sagt er selbstbewusst.
Neuhaus sucht einen Linksfuß
Bei Daniel Göhlert sieht es ein wenig komplizierter aus. Der 30-Jährige jedenfalls spricht deutlich zurückhaltender über die Verhandlungen. Er werde sich jetzt „keinen Stress machen“, und in ein oder zwei Monaten müsse er sich dann mal Gedanken machen, sollte es noch keine Einigung geben. Dem Duo, das lange Zeit Unions Rückhalt bildete, droht also die Trennung, zumal Neuhaus offen darüber spricht, einen „linksfüßigen Innenverteidiger“ verpflichten zu wollen.
Trotzdem hält der Trainer große Stücke auf die beiden, daraus macht er keinen Hehl. Der Ausfall von Madouni hat ihm gezeigt, wie wichtig eine eingespielte Defensive ist. „Wir haben oft gesehen, was sie können, nicht nur im Aufstiegsjahr. Allerdings würde ich Bernd Rauw da nicht ausgrenzen“, sagt der Trainer. Tatsächlich schaffte Union die Wende nach einem miserablen Saisonstart, als Stuff und Göhlert gemeinsam auf dem Platz standen. Aber, und das ist Neuhaus ganz wichtig, das sei nicht nur ein Verdienst der Innenverteidiger. Vielmehr sei die Mannschaft in Gänze aufgewacht. „Die beiden haben natürlich auch einen leichteren Job, wenn die Mannschaft insgesamt besser arbeitet“, erklärt der Trainer.
Neuhaus hält nicht viel von unmotivierten Wechseln, und so ist es wahrscheinlich, dass Madouni seinen Stammplatz zurückbekommt – er ist schließlich nur verletzt. Doch seine Rückkehr ist derzeit nicht in Sicht, und so werden Stuff und vor allem Göhlert noch ein wenig Zeit bekommen, um sich zu empfehlen. Für einige Spieler aus Unions Jugendabteilung hat sich genau das gestern ausgezahlt: Der Klub verlängerte seine Verträge mit insgesamt sechs Nachwuchskräften, darunter Stürmer Steven Skrzybski, der im November sein Profi-Debüt gegeben hatte.





