Macchambes Younga-Mouhani ruft während des Trainingsspiels über den Platz. "Schlechter Pass“, moniert der Mittelfeldspieler des 1. FC Union. "Mac“ darf das, er ist der Kapitän der Mannschaft. Dass er es auch noch sein wird, wenn am 15. August die Pflichtspiele für den Berliner Fußball-Zweitligisten mit der ersten DFB-Pokalrunde beim Halleschen FC beginnen, darf bezweifelt werden.
Zumal er offiziell ja nur der Ersatzmann für Marco Gebhardt gewesen ist. Doch der Vertrag mit dem 37-Jährigen wurde nicht verlängert. Gebhardt wechselte nach Schöneiche, und Union benötigt einen neuen Spielführer. Noch hat Uwe Neuhaus sich nicht festgelegt. "Wir brauchen noch ein bisschen“, sagt der Trainer. Doch es gibt Kandidaten, die sich für diesen Posten ins Gespräch gebracht haben.
Da ist Dominic Peitz, Unions langer Kerl (1,96 Meter Körpergröße) auf der Sechser-Position. Seit der Rückrunde der vergangenen Spielzeit ist Peitz aus dem defensiven Mittelfeld nicht mehr wegzudenken. Er selbst stellt die Personalie nicht in den Vordergrund. "Erst einmal ist es wichtig, dass wir alle auf den gleichen Fitnessstand kommen“, sagt Peitz. Doch dann lässt er doch noch anklingen, dass er nicht abgeneigt wäre, die Union-Elf aufs Spielfeld zu führen: "Ich bin ein Typ, der sich nicht vor Verantwortung drückt.“
Das macht auch Torsten Mattuschka nicht. Der offensive Mittelfeldspieler geht vorneweg, ist Publikumsliebling, die Fans haben in der vergangenen Rückrunde sogar ein eigenes Lied für ihn kreiert. Ob der "beste Mann“ für die Anhänger jedoch auch für den Trainer die erste Wahl ist, bleibt abzuwarten. Wer ihn dieser Tage im Training beobachtet, sieht einen Mann mit Führungsqualitäten. "Ruhig, Jungs, ruhig“, schallt es über den Platz. Mattuschka, in der vergangenen Spielzeit mit zehn Toren bester Union-Schütze, hat sein Team beim Trainingsspiel im Griff. Inwiefern sich Mattuschkas Po-Blitzer während des Termins für das offizielle Mannschaftsfoto negativ auf die Vergabe der Kapitänsbinde auswirkt, wird man sehen.
Kandidat Nummer drei hatte man vor der Saison nicht unbedingt auf der Rechnung. Wie auch, schließlich ist Ahmed Madouni erst seit Trainingsbeginn ein Unioner. An den organisatorischen Fähigkeiten des Innenverteidigers auf dem Platz gibt es aber nichts zu rütteln. Mit seinen 1,92 Metern steht er in der Defensive wie ein Fels in der Brandung. Schon im ersten Test gegen Chemnitz versuchte er, die Hintermannschaft zu dirigieren. Und Neuhaus ließ bereits durchblicken, dass es "keine Bedingung“ sei, dass der neue Kapitän schon länger im Verein sein müsse. Die Kapitänsfrage bei Union – spätestens in drei Wochen muss der Trainer darauf eine Antwort gefunden haben.
Pause für Mosquera
John Jairo Mosquera wird die nächsten Tage mit dem Training aussetzen müssen und auch für das Spiel gegen Deportivo La Coruna am Sonntag (14 Uhr, Alte Försterei) nicht einsatzbereit sein. Der Stürmer erlitt nach einem Schlag eine Einblutung in der rechten Wade. Angreifer Kenan Sahin konnte am Freitag wegen muskulärer Probleme nur ein Einzeltraining mit Reha-Coach Dirk Keller absolvieren. Das Training abbrechen musste Verteidiger Bernd Rauw nach einem Schlag auf die Achillessehne



