Bitteres Nachspiel

Union-Fans randalieren nach Spiel in Düsseldorf

Die Auswertung der Partie Union gegen Fortuna Düsseldorf wird von Randale überschattet. Auf dem Heimweg von Düsseldorf nach Berlin haben Fans des 1. FC Union in einer Gaststätte randaliert. Während des Spiels war bereits Unions Torhüter durch ein Feuerzeug aus dem Düsseldorfer Fanblock verletzt worden.

Wenn Frust mit Dummheit einhergeht, geschehen Dinge, die bei einem Fußballspiel nichts zu suchen haben. Oder auch danach. Was dies mit dem 1. FC Union zu tun hat? Das werden vor allem jene Fans des Berliner Zweitligisten wissen, die auf der Rückreise in die Hauptstadt randaliert haben.

Laut Polizei wurden Beamte zu einer Schlägerei in einer Gaststätte auf dem Autohof Porta Westfalica-Vennebeck im Kreis Minden-Lübbecke gerufen. Der Reisebus mit 73 Union-Fans an Bord wurde danach zur Dienststelle nach Minden geleitet, dort wurden die Personalien aufgenommen, zu deren Feststellung offenbar Polizeikräfte aus ganz Ostwestfalen herangezogen worden waren. Strafanzeigen wegen Körperverletzung wurden gestellt. Pikant: Wegen der Vorfälle durch seine Fans im Heimspiel gegen Energie Cottbus und im Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld wurde Union gerade erst vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit einer Geldstrafe in Höhe von 7500 Euro belegt.

Von einer Anzeige wegen Körperverletzung wird Torsten Mattuschka absehen. Obwohl der Mittelfeldspieler der Köpenicker durchaus Grund dazu hätte. Die Spuren, die ein aus dem Düsseldorfer Fanblock geworfenes Feuerzeug bei ihm hinterlassen hatte, waren deutlich sichtbar. „Es ist schlimm, dass es solche Idioten gibt, die immer wieder so etwas werfen“, sagte Mattuschka. „Das kann im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen. Dann ist es ein bisschen mehr als eine Schramme auf der Backe.“ Immerhin: Noch während der Partie wurde der Chaot gestellt – von den Fortuna-Fans selbst. „Das ist der erste Weg“, lobte Düsseldorfs Trainer Norbert Meier den Selbstreinigungsprozess.

Dass Mattuschka auch beim Gegentreffer im Blickpunkt stand. „tut mir leid“. Torschütze Anderson „war vor mir am Ball. Ich war ihm zugeteilt und habe geschlafen.“ Selbstkritik, die das engagierte, aber auch sehr fehlerhafte Spiel der Berliner nicht verdecken kann. Zwar waren die Unioner während 56 Prozent der Spielzeit in Ballbesitz, Durchsetzungsvermögen war jedoch kaum vorhanden. Dominic Peitz sprach von der fehlenden Griffigkeit in den Aktionen seiner Mannschaft. Den Kontakt zu den beiden Aufstiegsplätzen hat Union jedenfalls verloren. Durch das 0:0 von Spitzenreiter Kaiserslautern gegen Ahlen und das 1:0 von St. Pauli gegen Aachen beträgt der Abstand nun stolze zehn Punkte