Der Endstand? Natürlich 1:0, mit welchem Resultat sollte ein Spiel des 1. FC Union gegen Fortuna Düsseldorf schon ausgehen. Die vergangenen fünf Aufeinandertreffen hatten ja auch mit der knappsten aller Entscheidungen geendet. Der kleine, aber entscheidende Unterschied: Diesmal gingen die Rheinländer und nicht – wie zuletzt viermal in Folge – die Berliner als Sieger vom Platz.
Und während Fortunas Trainer Norbert Meier gar nicht mehr aufhören wollte, seine Freude hinauszuschreien, ließ Union-Coach Uwe Neuhaus nur wissen: „Wir brauchen noch elf Punkte bis zum Klassenerhalt.“ Dass am Freitagabend vor 23.500 Fans in Düsseldorf zu den 29 Zählern kein weiterer hinzukam, lag an einer Standardsituation.
Mattuschka von Feuerzeug getroffen
Allein schon diese Tatsache mochte dem Trainer des Berliner Fußball-Zweitligisten so gar nicht schmecken, sind die Düsseldorfer doch für ihre Gefährlichkeit in solchen Situationen bekannt. Dem Treffer von Anderson in der 51. Minute ging ein Freistoß von Marco Christ voraus, Torsten Mattuschka kam beim Kopfball des Brasilianers zu spät. Es war das 13.Fortuna-Tor nach einem ruhenden Ball.
„Danach konnten wir uns nicht mehr so durchsetzen“, bilanzierte Neuhaus. Das hatten die Berliner im Duell der Aufsteiger aber auch in der ersten Halbzeit kaum. Zwar sprangen für den zunächst einzigen Angreifer John Jairo Mosquera (10.) und Rechtsverteidiger Paul Thomik (43.) gute Möglichkeiten heraus. Das erste Achtungszeichen hatten jedoch die Hausherren durch Sebastian Heidingers Pfostenschuss aus 20 Metern gesetzt (4.). Wie aufgeladen die Atmosphäre in der temporeichen Partie gewesen ist, bekam Mattuschka zu spüren. Nach 20 Minuten wurde er von einem Feuerzeug, geworfen von einem Chaoten aus dem Fortuna-Fanblock, getroffen. Der Mittelfeldspieler konnte glücklicherweise weitermachen.
Richtig rassig wurde die Partie jedoch erst nach dem Tor. Direkt im Gegenzug steigt Dominic Peitz völlig freistehend, aber vergeblich zum Kopfball hoch (52.), Mosquera vertändelt den Ball im Strafraum (54.). Auf der Gegenseite stürzt Union-Keeper Jan Glinker aus seinem Tor, gerade noch rechtzeitig, um vor Martin Harnik an den Ball zu kommen (55.). Später konstatierte Fortuna-Trainer Meier: „Wir haben gegen eine sehr starke Union-Mannschaft gewonnen. Ich denke, der Sieg war auch verdient.“
Trainer Neuhaus brachte am Ende die ganze Offensive
Er hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn Jens Langeneke in der 76. Minute einen Foulelfmeter nicht an den Pfosten gehämmert hätte, Torwart Glinker war schon in die andere Ecke unterwegs. Michael Parensen, der nach einem leichtfertigen Ballverlust am Strafraum seinem Gegenspieler Johannes van den Bergh auf den Hacken gefallen war, hatte den Strafstoß verursacht.
Am Ende brachte Trainer Neuhaus mit dem Ex-Düsseldorfer Kenan Sahin (für Chinedu Ede, der den verletzten Björn Brunnemann im rechten Mittelfeld ersetzt hatte), Karim Benyamina (für Mattuschka) und Hüzeyfe Dogan (für Macchambes Younga-Mouhani) alles an Offensive, was er noch zur Verfügung hatte. Sogar Glinker fand sich am Ende im gegnerischen Strafraum ein. An Unions sechster Saisonniederlage änderte das nichts.
dpa/sei



