Arbeitsrecht

Wer Olympia sieht, kann seinen Job verlieren

Am Wochenende beginnen die Olympischen Spiele. Doch wer die Wettkämpfe während der Arbeitszeit verfolgt, muss mit Konsequenzen rechnen

Der Verband der deutschen Arbeitsrechtsanwälte (VdAA) warnt Arbeitnehmer vor einem allzu sorglosen Umgang mit Olympia-Übertragungen im Internet. „Wer ohne Erlaubnis Olympia sieht, riskiert einen Verweis und gegebenenfalls eine Abmahnung“, sagte VdAA-Vorstand Fenimore von Bredow am Montag. Im Wiederholungsfall drohe gar die Kündigung. Das gelte auch für sogenannte Radio-Streams, also Live-Übertragungen über das Internet.

Allein wenn Arbeitgeber bisher stillschweigend toleriert hätten, dass ihre Angestellten während der Arbeit laufend Streams verfolgten und keine ausdrücklichen Regelungen oder Absprachen existierten, könnten Arbeitnehmer davon ausgehen, dass das auch für die Olympischen Spiele gelte, erklärte von Bredow.

Erlaube der Arbeitgeber, dass seine Angestellten hin und wieder ihre privaten Mails lesen, heiße das aber nicht automatisch, dass sie Streams verfolgen dürfen, sagte der Kölner Anwalt. Denn die Übertragung der Wettkämpfe könne im Zweifel permanent die Aufmerksamkeit der Angestellten fordern. „Ist das Abrufen von privaten Mails erlaubt, wird der schnelle Blick auf Sport-Ticker aber in der Regel kein Problem sein“, fügte er hinzu.

Angestellte sollten sich mit Arbeitgeber absprechen

Von Bredow empfahl Arbeitnehmern, sich frühzeitig mit ihrem Arbeitgeber zu einigen: „Am sinnvollsten ist es, im Vorfeld verbindlich abzuklären, was erlaubt ist und was nicht.“

Einen Anspruch auf einen kurzfristigen Urlaub wegen des herausragenden Sportereignisses gebe es nicht. „Da hat der Arbeitgeber jedes Recht, Nein zu sagen, sofern dringende betriebliche Gründe dem entgegenstehen“, sagte von Bredow. Er warnte Arbeitnehmer zudem ausdrücklich davor, mit Krankschreibungen zu drohen: Wer seinem Chef so das Messer auf die Brust setze, riskiere eine fristlose Kündigung.