Tempelhofer Feld

Berlins Olympia-Fanmeile

Die Hauptstadt ist für den Olympia-Startschuss gerüstet.

Foto: DPA

Mitfiebern, mitbangen und sich beim Torjubel mit Fremden um den Hals fallen – zur Fußball-EM waren die Fanmeile auf der Straße des 17. Juni sowie sämtliche Public-Viewing-Angebote zahlreicher Berliner Bars und Biergärten bestens besucht. Erstmals sollen jetzt auch die Olympischen Spiele auf einer Fanmeile zu verfolgen sein.

„Die Spiele in Berlin“ nennt sich die auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof geplante Public-Viewing-Veranstaltung des Berliner Hockey Clubs (BHC). Ab Freitag, 27. Juli, sollen die Sommerspiele aus London täglich auf eine 100 Quadratmeter Großbildwand übertragen werden. Dem Sprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Schrip, zufolge, handelt es sich dabei um die erste Olympische Fanmeile Europas.

Die Idee dazu entstand im Vereinshaus des Berliner Hockey Clubs. „Nach Peking 2008 und Rio 2016 haben wir mit London nun erstmals wieder die Chance, die Spiele fast zeitsynchron zu übertragen. Eine Chance, die wir unbedingt nutzen wollen“, sagt der Präsident des BHC, Michael Stiebitz. Von 9 Uhr früh bis 23 Uhr abends soll es zudem eine 100 Meter Tartanbahn, einen Golf Parcours sowie Flächen zum Hockey, Fußball und Handball spielen geben. „Wir wollen das passive Sport Viewing wieder mit dem aktiven Sport zusammenführen“, so Stiebitz. A

n Wochenenden kommen bislang bis zu 50.000 Besucher auf das Tempelhofer Feld. Inwiefern sich der Andrang aufgrund der Sport-Fanmeile erhöhen wird, lässt sich seitens des Veranstalters bisher nicht abschätzen. „Im Idealfall kommen aber viele Familien vorbei, probieren das typisch britische Fish'n'Chips Catering, treiben Sport und gucken sich dann gemeinsam Highlights wie eine schwimmende Britta Steffen oder einen Diskus werfenden Robert Harting an“, so Stiebitz.

Auf einer Bühne soll es zudem zu Expertenrunden kommen. Mitglieder der „erfolgreichsten Hockey-Familie der Welt“, der Keller Familie, werden ebenso erwartet, wie der ehemalige deutsche Leichtathlet Christian Schenk. Der Eintritt zu den „Spielen in Berlin“ soll kostenlos sein.

Sonderausstellung des Sportmuseums

Auch der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) plant in Kooperation mit dem gemeinnützigen Sportförderverein Sport Sax e. V. ein kostenloses Public Viewing. Vom 2. bis zum 4. August soll auf dem Washingtonplatz eine mobile Schwimmstadt aufgebaut werden. „Viele Sportarten wie Beach Volleyball, Fußball oder Laufen sind bereits in den Stadtalltag integriert worden“, heißt es seitens der Veranstalter. „Wir wollen die Olympiade nun dazu nutzen, die Menschen auf Schwimmen aufmerksam zu machen.“

Eine fünf Meter hohe Bildwand soll die Sommerspiele übertragen, während sich der Besucher in einem 176 Quadratmeter großen Schwimmbecken auch in Angeboten wie Aquafitness üben darf. Für Kinder und Familien stehe zudem ein Wasserspielgarten zum Planschen bereit. Auch Podiumsdiskussionen sowie Interviews mit Spitzensportlern sind geplant. Und auch das Neue Kranzler Eck lädt zum Olympia Public Viewing in seinen Volierengarten ein. Ab dem 27. Juli sollen die Besucher auf Liegen und Sitzkissen die Spiele verfolgen können, während sie von den umliegenden Cafés und Restaurants des Shopping-Komplexes bewirtet werden.

Eine an das Public Viewing angegliederte Sonderaustellung des Sportmuseums Berlin soll zudem in 73 Exponaten, wie eine Startschaufel von 1936 oder ein deutsches Handballtrikot von 1972, durch die Geschichte der Olympischen Spiele seit 1936 führen. Die während Fußball-EM und WM üblichen Public-Viewing-Veranstaltungsorte wie Waldbühne, Kulturbrauerei, Lido, und Arena planen bisher kein Gemeinschaftsgucken der Olympischen Spiele.

Die Spiele in Berlin, Tempelhofer Feld, Berlin-Tempelhof; 27. Juli bis 12. August, 9 bis 23 Uhr.

Swimcity, Washingtonplatz am Hauptbahnhof, 2. August 15 bis 22 Uhr, 3. bis 4. August, 10 bis 22 Uhr.

Public Viewing im Volierengarten, Neues Kranzler Eck, Ku'damm 21/22, Berlin-Charlottenburg, 27. Juli bis 12. August, tägl. 12–22 Uhr.