Mit etwas Mühe hat Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki bei den US Open ihre Auftaktprüfung bestanden. Gut sieben Wochen nach ihrer Finalniederlage in London setzte sich die 23-Jährige am Montag beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres gegen die russische Qualifikantin Vera Duschewina mit 6:2, 7:6 (7:3) durch. In der zweiten Runde trifft Lisicki nun zum ersten Mal auf Paula Ormachea aus Argentinien.

Als erster von insgesamt 16 deutschen Profis ist Jan-Lennard Struff dagegen ausgeschieden. Der 23-Jährige aus Warstein unterlag dem Franzosen Guillaume Rufin 6:7 (4:7), 3:6, 6:2, 6:2, 1:6.

„Zum Schluss habe ich mich noch mal gut durchgebissen. Da bin ich zu passiv geworden und habe mich geärgert, dass ich nicht weiter Druck gemacht habe“, sagte Lisicki und betonte: „Ich würde wirklich gerne die zweite Woche erreichen. Dafür werde ich alles geben und dann schauen wir mal, wie weit ich komme.“ Vor zwei Jahren erreichte sie hier das Achtelfinale – ihr bislang bestes US-Open-Resultat.

Lisicki nutzte gleich ihren ersten Matchball

Im zweiten Duell mit Duschewina kassierte die Fed-Cup-Spielerin aus Berlin zwar gleich im ersten Spiel ein Break, fand dann aber bei sommerlichen Temperaturen auf Court 13 schnell zu ihrem Rhythmus und nutzte nach 1:22 Stunden Spielzeit ihren ersten Matchball.

„Ich spüre keinen besonderen Druck bei den US Open, weil ich in Wimbledon im Finale war“, hatte Lisicki vor ihrem Match betont. Doch die Erwartungshaltung und das öffentliche Interesse sind natürlich immens gestiegen seit Wimbledon – was auch die gut gefüllten Zuschauerränge auf dem kleineren Außenplatz bewiesen.

Trotz der durchwachsenen Vorbereitung nahm Lisicki ihre Arbeit hochkonzentriert auf. Nach der Endspiel-Niederlage gegen die mittlerweile zurückgetretene Marion Bartoli hatte die neue deutsche Tennis-Queen fünf Wochen pausiert. In Cincinnati verlor sie danach in Runde eins, in der Vorwoche in New Haven im Achtelfinale. Gegen die Nummer 126 der Welt aber zeigte Lisicki vor den Augen von Bundestrainerin Barbara Rittner keine Nerven – und ließ sich auch von einer unfreiwilligen Pause und einem zwischenzeitlich verspielten 4:1-Vorsprung im zweiten Satz nicht aus der Ruhe bringen.

Eichhörnchen rannte über den Platz

Lächelnd verfolgte die Weltranglisten-18., wie sich ein Eichhörnchen unter den Planen durchschob und mehrmals quer über den Platz rannte. Lisicki gab anschließend ihr Aufschlagspiel ab, Duschewina kam nach 1:4-Rückstand auf 4:4 und 5:5 heran und schlug bei 6:5-Führung sogar zum Satzgewinn auf. Die Entscheidung fiel im Tiebreak – und da leistete sich Lisicki keine Schwäche mehr.

Von den insgesamt sieben deutschen Damen starten an diesem Dienstag noch Andrea Petkovic (Darmstadt), Mona Barthel (Neumünster), Julia Görges (Bad Oldesloe), Annika Beck (Bonn) und Dinah Pfizenmaier (Kamen) in das Grand-Slam-Turnier.

„Ich bin fit und gut drauf, aber die erste Runde ist natürlich immer gefährlich, wenn man noch nicht so im Turniermodus ist“, sagte Petkovic vor ihrem Match gegen Bojana Jovanovski aus Serbien. Die 25-Jährige hat sich nach langen Verletzungspausen wieder bis auf Platz 46 vorgearbeitet. „Ich setze mich nicht unter Druck und erwarte noch nicht zu viel von mir. Ich gebe mir Zeit, bevor ich mir wieder höhere Ziele setze“, sagte die frühere Weltranglisten-Neunte.