Die Mitglieder des LTTC Rot-Weiß Berlin hätten ihr prominentestes Vereinsmitglied nach der bitteren Finalniederlage in Wimbledon gerne warmherzig empfangen.
Den Empfang von Sabine Lisicki auf der Clubanlage am Montag mussten der Verein jedoch absagen. „Sabines Vermarkter-Agentur IMG möchte alle weiteren Anfragen exklusiv betreuen“, begründete Rot-Weiß-Sportdirektor Markus Zoecke die Maßnahme. Laut ihres Managements sollte die 23-Jährige am Sonntagnachmittag um 16 Uhr am Flughafen Tegel landen.
Auch wenn Lisicki, die seit 2003 Vereinsmitglied ist, das ganz große Ziel verfehlt hat – für den Club erwartet Zoecke dennoch eine positive Signalwirkung. „Insgesamt war ihre Leistung großartig, und die Resonanz darauf bei uns im Club toll. Das wird sich auf jeden Fall positiv für Rot-Weiß auswirken“, meinte Zoecke.
Bereits am Donnerstag, als Lisicki in einem hochklassigen Match gegen die Polin Agnieszka Radwanska ins Finale des berühmtesten Tennis-Turnier der Welt eingezogen war, hatte Rot-Weiß-Cheftrainer Nic Marschand gesagt: „Für den Verein hat der Finaleinzug eine positive Außenwirkung.“ Die Jugendlichen im Club würden sehen: „Das ist eine von uns, dadurch steigt die Motivation bei den Jugendspielern. Das ist wie früher bei Boris Becker und Steffie Graf.“
Now I'm off to Deutschland! Can't wait to see everyone!!! Berlin ich komme!
— Sabine Lisicki (@sabinelisicki) July 7, 2013
Lisicki-Fans fieberten mit
Am Sonnabend hatten sich mehr als 150 Menschen im Rot-Weiß-Clubhaus „Grand Slam“ eingefunden, um live vor der Video-Leinwand bei einem Triumph von Lisicki auf dem „heiligen Rasen“ von Wimbledon dabei zu sein.
Die sichtliche Enttäuschung über Lisickis deutliche 1:6, 4:6-Niederlage gegen die Französin Marion Bartoli mischte sich schon unmittelbar nach dem Endspiel mit großer Anerkennung für eine fantastische Turnierleistung. Der Stolz auf die eigene Repräsentantin war unübersehbar. An der Erfahrung des Grand-Slam-Finals werde sie wachsen, so die einhellige Meinung unter den Clubmitgliedern. „Beim nächsten Mal wird es besser“, meinte etwa Sportdirektor Zoecke.
England I love you, I will miss you! Amazing how much love you showed! Next year I will be back & can't wait to see my fans again!
— Sabine Lisicki (@sabinelisicki) July 7, 2013
Tatsächlich hat Lisicki mit ihren 23 Jahren die beste Zeit wohl noch vor sich. Dass sie nach dem Erreichen des Halbfinals 2011 in diesem Jahr erstmals ins Endspiel einzog, zeigt, wie sehr ihr das Traditionsturnier liegt. Beim LTTC Rot-Weiß würde man sie nur allzu gern eines Tages als Champion begrüßen.
>>> Interaktive Grafik: Wimbledon - der Weg von Sabine Lisicki ins Finale <<<
dpa/mim




