In einem dunklen Anzug mit weißem Hemd und burgunderrotem Einstecktuch stand Peter Görlich im Mai dieses Jahres vor der Mannschaft von Hertha BSC. Tags zuvor war der Berliner Fußball-Zweitligist am 34. und letzten Spieltag der abgelaufenen Saison 1:6 bei Arminia Bielefeld untergegangen. Alle sechs Gegentreffer fielen nach der Pause. „So treten wir nicht mehr auf“, richtete sich der Geschäftsführer des Hauptstadtklubs an die Profis.

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Bislang behielt Görlich recht. Am Samstag trifft Hertha erneut auf die Ostwestfalen – diesmal im Olympiastadion, vor mehr als 45.000 Fans (13 Uhr, Sky und im Liveticker auf morgenpost.de). Doch während die Berliner vor fünf Monaten nach dem verpassten Aufstieg binnen 45 Minuten auseinandergefallen waren, empfangen sie die Gäste diesmal als Tabellenführer der Zweiten Liga. Seit der Partie in Bielefeld hat Hertha kein Spiel mehr verloren.

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„Mir hat es Spaß gemacht, aber mir war es zu wenig“, sagte Görlich im Mai am Ende der unbefriedigenden Spielzeit und kündigte an: „Deshalb machen wir nächstes Jahr mehr.“ Die krachende Niederlage auf der Bielefelder Alm hatte endgültig belegt, dass sich etwas ändern musste im Hertha-Kosmos, obgleich schon vor der Partie tiefgreifende Veränderungen angeschoben waren. Was folgte, war eine denkwürdige Sommerpause mit 16 Abgängen und der Einführung einer neuen Spielidee.

„Wir haben 22 von 24 Punkten geholt. Das ist die Antwort darauf“, bemerkte daher Cheftrainer Stefan Leitl, als kurz vor dem Wiedersehen mit den Bielefeldern noch einmal das „Debakel“ (Görlich) aus dem Mai zur Sprache kam. Auch den Coach beschäftigte seine höchste Niederlage in der Hauptstadt seit Amtsantritt im Februar 2025 nachhaltig.

„Das Ergebnis war scheiße und die Art und Weise war scheiße. Das hat sich im Nachgang noch ein paar Wochen hingezogen“, offenbarte der 49‑Jährige und fügte an: „Du hast es mitgenommen, speziell ich persönlich. Es hat ein bisschen gedauert, das Ergebnis und auch die Art und Weise, wie wir da aufgetreten sind, zu verdauen.“

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Immer Hertha – Ende der Serie: Und jetzt?
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Im Rückblick klingen die Worte, mit denen sich Geschäftsführer Görlich im Frühjahr im Besprechungsraum auf dem Trainingsgelände in Charlottenburg an die Spieler wandte, beinahe prophetisch. „Wir werden unsere Hausaufgaben machen. Wir werden in den Rahmenbedingungen, die wir haben, Dinge verändern“, sagte der 59-Jährige vorher. „Das Geile im Sport ist: Es gibt einen neuen Weg“, gab Görlich dem Team mit auf selbigen.

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Wenngleich es beim kommenden Gegner weniger personelle Umbauten im Sommer gab, so ist doch eine entscheidende Position bei der Arminia neu besetzt. Oliver Kirch übernahm das Traineramt. „Die Grundtugenden der Bielefelder sind nach wie vor vorhanden“, mahnt sein Gegenüber Leitl. Die Bielefelder seien eine „sehr laufstarke, fleißige, geschlossene Mannschaft“, ein „unangenehmer Gegner, der wenig Chancen aus dem Spiel heraus zulässt“, so der Hertha-Coach.

Dabei war eine gewisse Schwäche im Abschluss nach dem 0:0 bei Holstein Kiel ein Schwerpunkt in der Trainingsarbeit. Die Offensivakteure bemühten einmal mehr die Ratschläge von Torwarttrainer Andreas Menger, um ihre Präzision zu schulen. Gustaf Nilsson wird eine etwaig verbesserte Genauigkeit im Abschluss aber nicht nachweisen können. Der Mittelstürmer fällt mit Oberschenkelproblemen erneut aus, ebenso Verteidiger Marton Dardai.

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Abwehrspieler Niklas Kolbe steht nach überstandenem Infekt dagegen wieder zur Verfügung, trainierte dem Vernehmen nach bereits am Donnerstag wieder mit dem Team. Er ist einer von sechs Profis aus der Startelf, die vor fünf Monaten in Bielefeld begann. Und jetzt ein Teil des neuen und überaus erfolgreichen Wegs.