Toni Leistners Tochter seufzte einmal tief. Der Papa war am Samstagnachmittag im Olympiastadion ein gefragter Mann – defensiv der Stabilisator des Spiels, offensiv ungewohnt kreativ. Kurz vor Schluss hatte der Kapitän von Hertha BSC den Siegtreffer auf dem Fuß. Per Akrobatikeinlage.

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„Ich habe mal was probiert, was ich sonst nur im Training probiere“, sagte der 34-Jährige mit einem Grinsen. Doch der Ball prallte an den Pfosten. Und der Berliner Fußball-Zweitligist trennte sich mit 1:1 (0:0) vom SV Darmstadt 98. Ein Unentschieden, das auf der einen Seite die zwölf Jahre alte Bestmarke von vier Siegen in Folge verhinderte. Und zum anderen beide Mannschaften nicht wirklich weiterbrachte. Zumal der Tabellenkeller durch den Sieg der Ulmer gegen Magdeburg (1:0) wieder enger zusammengerückt ist.
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Hertha BSC mit Abseitstor in der ersten Hälfte
„Solange rechnerisch nichts sicher ist, sollten wir die Saison nicht abhaken“, erklärte Leistner. Ein Vorwurf, den man den Berlinern am Samstag nicht machen konnte. Nach einer etwas zähen ersten Hälfte, in der Diego Demme zwar getroffen hatte, vom Linienrichter aber wegen Abseits zurückgepfiffen worden war (28.), ging es im zweiten Durchgang munter zur Sache.
Erst zog Fabian Nürnberger aus der Distanz ab, profitierte davon, dass Tjark Ernst den Ball nur abprallen ließ. Isac Lidberg war zur Stelle und verwandelte im Nachschuss (48. Minute). Ein Treffer, der auf die Kappe von Herthas Keeper ging.
Darmstädter Eigentor bringt die Berliner zurück ins Spiel
„Es war ein leicht verdeckter Schuss, ich sehe den Ball nicht optimal“, sagte der Berliner Torhüter. „Er kam aus einer gewissen Entfernung und ich habe den Anspruch, den Ball besser zu klären oder sogar festzuhalten. Es gehört dazu und es bleibt einem nichts anderes übrig, als danach direkt wieder im Spiel zu sein.“
Das war der 22-Jährige. Genau wie seine Teamkollegen, die sich gegen den Rückstand stemmten. Mit Erfolg. Eine scharfe Hereingabe von Marten Winkler schob Darmstadts Aleksandar Vukotic ins Netz (62.). Ein Eigentor, das die Hausherren zurückbrachte.
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„In der Summe ist es ein gerechtes Unentschieden“, bilanzierte Herthas Trainer Stefan Leitl. Auch weil seine Mannschaft es nicht mehr schaffte, Profit aus den Großchancen zu ziehen, die man sich herausspielte.
Offensivkünstler Reese kommt nicht richtig zum Zug
Fabian Reese per Freistoß (80.), Florian Niederlechner mit der Fußspitze (88.) und schließlich Leistner mit besagter Akrobatikeinlage (90.+3) – Raunen bei einem Großteil der 46.763 Zuschauer, aber kein Jubel mehr. Auch weil Ernst vorher noch einmal sehenswert gegen Guille Bueno pariert hatte (75.).
So blieb es bei einem Remis, das auf zwei Probleme zurückzuführen war. Nummer eins: Darmstadt hatte vor allem Reese voll im Griff. Der Offensivkünstler der Blau-Weißen bekam kaum Raum, um seine Kreativität auszuspielen. Das hatte enorme Auswirkungen auf die Produktivität vor dem gegnerischen Tor.
„Wir haben zwar wenig Torchancen zugelassen, aber auf der anderen Seite auch wenig selber kreiert“, monierte Sportdirektor Benjamin Weber, der vor allem mit der Vorstellung in der ersten Hälfte nicht zufrieden war.
Maza sieht fünfte Gelbe Karte und fehlt gegen Ulm
Problem Nummer zwei und Achillesferse des Berliner Spiels: die linke Seite. Mit Marten Winkler als Schienenspieler in Kombination mit Marton Dardai rissen immer wieder große Lücken, die die „Lilien“ bespielten. „Wir hatten schon Probleme mit dem guten Positionsspiel der Darmstädter“, erklärte Leitl. „Beide Mannschaften waren darauf bedacht, dem Gegner nicht zu viel Tiefe zu geben.“
Dass Hertha defensiv trotzdem recht stabil daherkam, durfte der 47-Jährige als Erfolg verbuchen. Trotz der zwei Wechsel, die durch die Gelbsperren von Michael Cuisance und Jonjoe Kenny nötig geworden waren, war die neugewonnene Stabilität intakt. Deyovaisio Zeefuik versuchte sich auf der rechten Seite – nicht wie in Köln als Innenverteidiger. Kevin Sessa durfte im Mittelfeld ran.
Veränderungen, die ohne schwerwiegende Folgen blieben. Das sah bei Ibrahim Maza anders aus. Der Youngster leistete sich in der Nachspielzeit ein unnötiges Foul, das ihm nur wenige Minuten vor Spielende doch noch die fünfte Gelbe Karte der Saison einbrachte. Damit fehlt Maza beim Auswärtsspiel in Ulm am Ostersonntag (13.30 Uhr, Sky und Liveticker morgenpost.de).
Und Stefan Leitl? Muss seine Startelf schon wieder umbauen. Ein kleiner Seufzer inklusive.





