Fabian Reese saß im Strafraum. Genau da, wo Hertha BSC in den 90 Minute zuvor nichts zustande gebracht hatte. Das Ergebnis: Pfiffe. Und die achte Heimniederlage in dieser Saison. Vor 47.443 Zuschauern im Berliner Olympiastadion verlor der Berliner Fußball-Zweitligist am Sonnabend mit 0:1 (0:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern und kassierte die dritte Pleite in Folge.

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„Natürlich sind wir alle enttäuscht“, sagte Trainer Cristian Fiél. „Wir haben nicht das bekommen, was wir verdient hätten. Du musst Tore schießen, um Spiele zu gewinnen. Wir kriegen den Ball nicht hinter die Linie und dann wird‘s schwer.“

Hertha BSC: Fans pfeifen bei Vorstellung von Trainer Cristian Fiél

Die Verantwortlichen um Sportdirektor Benjamin Weber hatten nach der Blamage von Regensburg (0:2) schon unter der Woche ein anderes Gesicht gefordert. Stadionsprecher Fabian von Wachsmann erinnerte genau daran bei der Präsentation der Aufstellung: „Hier ist die Elf, von der wir heute eine klare Reaktion erwarten!“

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Die kam auch von den Fans, als von Wachsmann beim Chefcoach der Berliner angekommen war. „Unser Trainer: Cristian“, rief der Stadionsprecher. Die Antwort: Pfiffe statt „Fiél“.

Herthas Mann an der Seitenlinie steht unter Druck, unter Beobachtung – und muss nun wieder Argumente in eigener Sache liefern. Nach dem seelenlosen Auftritt am vergangenen Wochenende hatte der 44-Jährige „personelle und taktische Veränderungen“ angekündigt.

Gästeblock nach Polizeieinsatz bei Anreise ohne Ultras

Konkret sah das am Sonnabend so aus: Marton Dardai für Toni Leistner, Kevin Sessa für Marten Winkler und Fabian Reese für Smail Prevljak in der Startelf. Derry Scherhant als Stürmer, Michael Cuisance auf dem rechten Flügel.

Nach dem wilden 4:3 im Hinspiel hielt die erste Hälfte trotzdem nur überschaubaren Unterhaltungswert bereit. Meistens hieß das Duell Fabian Reese gegen Julian Krahl. Immer war der Keeper des 1. FC Kaiserslautern der Gewinner (27./33./40.).

Kaiserslautern bot aber auch ungefähr so wenig an wie der Gästeblock, der nach einem „Gewaltvorfall“ bei der Anreise, wie es die Berliner Polizei beschrieb, ohne Ultras auskommen musste.

Kaiserslauterns Ache aus dem Spiel genommen, Gersbeck da

Marius Gersbeck, Herthas „momentane Nummer eins“, wie Chefcoach Fiél vor der Partie erklärt hatte, war zweimal gefordert und zweimal da. Erst nach einem Kopfball aus kurzer Distanz von Filip Kaloc (4.), dann bei einem Distanzschuss von Ragnar Ache (44.).

Beim dritten Torschuss der Gäste war Gersbeck im Kasten der Berliner dann machtlos. Ein Distanzschuss von Luca Sirch schlug unten links ein (57.). Hertha lief einem Rückstand hinterher, der nicht ganz den Kräfteverhältnissen entsprach, angesichts der fehlenden blau-weißen Durchschlagskraft aber in Ordnung ging.

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Fabian Reese animierte noch einmal das Publikum, Chefcoach Fiél seine Spieler. Doch selbst die Einwechslung von Stürmer Florian Niederlechner brachte im gegnerischen Strafraum keine Gefahr. „Wenn du keine Tore schießt, ist es auch schwierig, Punkte zu holen“, erklärte Herthas Übungsleiter.

Das Momentum ist gerade nicht auf Herthas Seite

War das nun eine Reaktion? Ein anderes Gesicht? Bedingt. In einem Arbeitszeugnis würde nach einer solchen Leistung stehen: Sie waren stets bemüht. Mehr aber auch nicht.

Selbst mit weiteren offensiven Verstärkungen wie Marten Winkler (ab der 84. Minute) und Palko Dardai (ab der 87. Minute) lief nicht viel zusammen. Ein zaghafter Versuch von Derry Scherhant sollte die einzige Berliner Torchance im zweiten Durchgang bleiben (66.). „Wir schaffen es momentan nicht, dieses Tor zu erzwingen“, sagte Fiél. „Das Momentum ist gerade nicht auf unserer Seite.“

Und so war die zehnte Pleite in dieser Spielzeit besiegelt, während Kaiserslautern zumindest vorübergehend auf Rang zwei kletterte. Der Frust war dementsprechend groß – Pfiffe nicht nur aus der Ostkurve. Es wird erneut eine ungemütliche Woche in Westend.

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