Toni Leistner hatte die Faxen schon dicke, da war die Rückrunde für Hertha BSC gerade mal vier Minuten alt. Der Ball lag im eigenen Tor, der Frust war wieder mal groß. Erst als Schiedsrichter Florian Heft den Treffer wegen einer hauchzarten Abseitsposition zurücknahm, hellte sich die Miene des Kapitäns wieder auf.

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Es war der turbulente Anfang einer Partie, die der Berliner Fußball-Zweitligist am Ende für sich entschied. Mit einer konzentrierten Leistung und einer gehörigen Portion Glück feierte die Mannschaft von Trainer Cristian Fiél am Sonntag beim SC Paderborn einen gelungenen Auftakt in die zweite Saisonhälfte. 2:1 (1:0), der fünfte Auswärtssieg dieser Spielzeit.  

Hertha BSC lobt den eigenen Fortschritt

„Neues Jahr, neues Glück“, erklärte Leistner. „Wir sind froh, dass wir so in die Rückrunde starten konnten.“ Herthas Chefcoach war ähnlich erleichtert. „Ehrlicherweise hatten wir heute auch das Quäntchen auf unserer Seite, aber das muss man sich auch erarbeiten“, sagte Fiél.

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Erst die Millimeterentscheidung, die den frühen Rückstand verhinderte, dann ein Elfmeter für den Hauptstadtklub, der nicht zwingend einer gewesen wäre. Und schließlich gleich zwei Situationen, in denen Referee Heft ein Einsteigen Deyovaisio Zeefuik im eigenen Strafraum nicht als elfmeterwürdig erachtete.

Entscheidungen, die Paderborns Coach Lukas Kwasniok nach der Partie die Frage stellen ließ, ob der VAR in Köln während der vorangegangenen 90 Minuten „Siesta“ gehalten habe. Hertha aber ließ sich nicht auf Diskussionen dieser Art ein, sah vor allem den eigenen Fortschritt.

Scherhant glänzt mit Traumtor zur Führung

„Das sind Spiele, die wir in der Hinrunde noch unentschieden spielen oder verlieren“, meinte Kapitän Leistner. „Deswegen bin ich stolz auf die Mannschaft, wie sie sich reingehauen hat. Auch wenn es eng war.“

Nach dem zurückgenommenen Dämpfer zu Beginn war es Derry Scherhant, der nach einer guten Viertelstunde auf der linken Seite von Zeefuik bedient wurde, Richtung Strafraum zog und mit einem sehenswerten Schlenzer – Marke Traumtor – die Führung für die Gäste erzielte (16. Minute). Durchaus überraschend zu diesem Zeitpunkt.

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Während ein Großteil der Mannschaft den Treffer bejubelte, stand Abwehrchef Leistner zusammen mit Jonjoe Kenny bei Trainer Fiél und holte sich die nächsten Instruktionen ab. Hochkonzentriert wie immer agierte der Spanier an der Seitenlinie, duldete keine Nachlässigkeiten und ärgerte sich über manch einen offensiven Ansatz, der „schlampig“ verspielt wurde, wie der 44-Jährige hinterher monierte.

Ernst und Demme fallen kurzfristig aus

Dabei waren die Voraussetzungen für den Rückrundenauftakt alles andere als ideal gewesen. Die Hoffnung, die Verletzungsmisere der Hinrunde endlich hinter sich gelassen zu haben, zerschlug sich bei der Suche nach einer Startelf für das Kräftemessen mit Paderborn.

Keeper Tjark Ernst hatte das Abschlusstraining am Sonnabend mit muskulären Problemen abbrechen müssen, Mittelfeldregisseur Diego Demme hatte in der gleichen Einheit aus kürzester Distanz einen Ball an den Kopf bekommen und war mit Verdacht auf Gehirnerschütterung im Krankenhaus gewesen.

Dafür feierte Marius Gersbeck zwischen den Pfosten seine Liga-Premiere unter Trainer Fiél. Bislang war der 29-Jährige nur einmal im DFB-Pokal (5:1 in der ersten Runde gegen Rostock) zum Einsatz gekommen.

Sessa zurück in der Startelf, auch Dardai dabei

Für Demme kehrte Kevin Sessa in die Anfangsformation zurück. Früher als gedacht, nachdem der 24-Jährige im Dezember vier Wochen wegen einer muskulären Verletzung gefehlt hatte. Für den gesperrten Marton Dardai rotierte Pascal Klemens in die Innenverteidigung. Und weil Michael Cuisance dadurch ins Mittelfeld rückte, besetzte Palko Dardai den rechten Flügel.

Als der 25-Jährige seinen ersten Startelfeinsatz seit Anfang November nach 70 Minuten beendete, war der blau-weiße Jubel gerade zum zweiten Mal an diesem Nachmittag verklungen. Cuisance hatte den Elfmeter verwandelt, den Scherhant im Duell mit Paderborns Laurin Curda herausgeholt hatte (69.).

Heimspiel-Herkulesaufgabe gegen den Hamburger SV

Der SCP versuchte zwar noch, die drohende Heimniederlage abzuwenden, mehr als der Anschlusstreffer durch Ex-Unioner Sven Michel (90.+4) war aber nicht mehr drin. Sehr zu Freude der gut 2000 mitgereisten Berliner Fans.

„Es ist nur ein Sieg, es geht weiter“, lenkte Kapitän Leistner den Fokus direkt nach vorn. Beim Hauptstadtklub wollen sie jetzt eine Serie starten, die die Aussichten auf den Bundesliga-Aufstieg deutlich verbessern soll. Der Anfang ist gemacht. Die nächste Aufgabe, im Heimspiel gegen den Hamburger SV am kommenden Sonnabend (20.30 Uhr, Sky und Sport1) wird es nun in sich haben.

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