Für Hertha BSC war alles angerichtet. Ein ausverkauftes Olympiastadion (74.275 Zuschauerinnen und Zuschauer), die Riesenchance, gegen Kaiserslautern, Tabellen 14. der Zweiten Liga, ins Pokal-Halbfinale einzuziehen. Am Ende Ernüchterung: 1:3 verloren, mehr oder weniger chancenlos, der Traum vom Finaleinzug (mal wieder) geplatzt.
Auch interessant: Hertha BSC verpflichtet Bradley Ibrahim vom FC Arsenal
Das sieht auch FlügelflitzerFabian Reese (26) so. Er wird nach der Partie deutlich: „Wir haben die Zweikämpfe nicht richtig angenommen, haben zurückgezogen und den Matchplan nicht konsequent umgesetzt. Wir haben nicht den Mut gehabt, den Gegner in Eins-gegen-eins-Situationen unter Druck zu setzen, und lagen zu Recht 0:2 hinten. Wir hatten eine Riesen-Hypothek und haben gefühlt diese Riesenchance, diese wundervolle Geschichte weiterzuschreiben, kampflos in 45 Minuten verschenkt vor einer Wahnsinnskulisse.“ Reeses bitteres Fazit: „Wir waren in der ersten Halbzeit in allen Grundtugenden unterlegen.“
Lesen Sie auch: Kommentar – Das Pokal-Aus ist für Herthas Entwicklung Gold wert
Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt: Hertha liegt zur Halbzeit 0:2 hinten, Elvedi (5.) und Tachie (38.) treffen für Lautern. Nach der Pause versucht Hertha noch mal alles, Trainer Pal Dardai bringt Bouchalakis und Reese, was ein bisschen Schwung bringt. Tabakovic verpasst nach Reese-Vorlage die beste Chance zum Anschlusstreffer (48.). Aber nach einem katastrophalen Fehlpass von Bouchalakis stellt Lauterns Kaloc auf 3:0 – die Entscheidung. Reeses Treffer zum 1:3 fällt viel zu spät (90.+1).
Hertha BSC: Dardai stellt fatal um
Dardai hatte mangels Alternativen auf eine Fünferkette umgestellt. Karbownik und Kenny sollten so die Dreierkette um Kapitän Leistner, Kempf und Marton Dardai verstärken. Außerdem stellte der Ungar überraschend Marius Gersbeck ins Tor. Die Folge der Systemumstellung, die noch im Winter-Trainingslager in Spanien einstudiert wurde: jede Menge Unsicherheit und keine Ideen und Lösungen für das Offensivspiel.
Erst in Halbzeit zwei lief es nach einer Umstellung etwas besser: hinten eine Viererkette, Niederlechner ging auf die 10, Bouchalakis für Zeefuik auf der Sechs und natürlich Reese für den Flügel.
Reese fand nach dem Spiel: „Das Spiel hätte nach der Pause kippen können. Aber wir haben die Chancen nicht gemacht, die schon.“ Trainer Dardai wusste, dass sein Joker immer Schwung reinbringt: „Wir wissen, wie Fabi Fußball spielt und was seine Präsenz mit der Mannschaft macht.“ Das Problem: Reese war nach seiner Corona-Infektion und nur wenigen Trainingstagen noch nicht wieder bei 100 Prozent. Seinen letzten Einsatz hatte er am 9. Dezember 2023 – beim 2:1-Liga-Erfolg in Lautern. (dw)


