Bundesliga

Wer rettet Hertha jetzt vor dem Abstieg?

Nach dem Klinsmann-Ende bei Hertha übernimmt Alexander Nouri vorerst das Training. Ein Altbekannter könnte zur neuen Option werden.

Kommentar: Klinsmann hat Hertha geschadet

Klinsmanns überraschender Rückzug als Trainer ist im Stil dreist und gegenüber Hertha verantwortungslos, meint Sebastian Geisler.

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Berlin. Nach dem überraschenden Rücktritt von Jürgen Klinsmann sucht Hertha BSC einen neuen Trainer, der den Klub vor dem Abstieg in die Zweite Liga rettet. Dass die Aufgabe für Manager Michael Preetz durchaus anspruchsvoll wird, zeigte sich kurze Zeit nach Klinsmanns Aus. Als erster sagte Niko Kovac ab. Laut seinem Berater steht der ehemalige Trainer des FC Bayern für ein kurzfristiges Engagement nicht zur Verfügung. Kovac, als Spieler bereits für Hertha BSC aktiv, galt schon nach der Entlassung von Ante Covic im November als Wunschkandidat von Preetz, konnte sich aber auch da nicht zu einer Zusage durchringen.

Für Herthas Manager dürfte die Trainerfrage nicht leicht zu beantworten sein. Erst einmal übernimmt Alexander Nouri die Mannschaft. Der hat zwar Erfahrung als Cheftrainer, war bei seinen Engagements in Bremen und Ingolstadt aber nur mäßig erfolgreich. Vereinsübergreifend blieb er mit Werder und Ingolstadt 21 Spiele infolge sieglos. Ihm die Mannschaft in dieser heiklen sportlichen Situation zu überlassen, ist nicht frei von Risiken.

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Klinsmann-Rücktritt bei Hertha: Labbadia, Weinzierl und Walter mögliche Nachfolger

Auf der anderen Seite dürfte Herthas Abstiegsnot potenzielle Kandidaten abschrecken. Solange nicht geklärt ist, in welcher Liga die Berliner im kommenden Jahr spielen, reduziert sich der Kandidatenkreis automatisch auf in der Branche als Feuerwehrmänner geltende Namen. Vor der Entscheidung, Ante Covic zum Cheftrainer zu machen, soll Michael Preetz sich im vergangenen Sommer mit Bruno Labbadia als möglichen Trainer beschäftigt haben. Labbadia wäre derzeit auf dem Markt, genau wie Markus Weinzierl oder der beim VfB Stuttgart entlassene Tim Walter.

Ebenfalls beschäftigungslos ist Pal Dardai, der Hertha bis zum Sommer 2019 viereinhalb Jahre erfolgreich trainiert hatte. Dardai besitzt einen Vertrag mit dem Verein, der vorsieht, dass der Ungar ab 2020 wieder als Trainer im Nachwuchsbereich einsteigt. Dardai kennt die Mannschaft, er genießt großen Respekt bei den Spielern und wäre wohl derjenige, der Hertha in der aktuellen Situation am ehesten sofort helfen könnte.

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Nach zwei Trainerwechseln fehlt Hertha die Stabilität

Nur war sein Verhältnis mit Manager Preetz am Ende derart belastet, dass eine Rückkehr als Cheftrainer nur schwer vorstellbar ist. Für Preetz würde eine Rückholaktion von Dardai einem Eingeständnis der eigenen Fehlbarkeit gleichkommen, war er es doch gewesen, der Hertha mit einem offensivorientierteren Trainer in die Zukunft führen wollte. Dardais Sicherheitsfußball galt ihm als nicht mehr zeitgemäß. Nach zwei Trainerwechseln innerhalb weniger Monate fehlt dem Klub derzeit aber vor allem die Stabilität der Dardai-Era.

In den vergangenen Wochen ist bei Hertha BSC viel die Rede von der Zukunft gewesen. Momentan sieht es so aus, als müsste man sich um die Vergangenheit bemühen, um in der Gegenwart bestehen zu können.

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