Standort-Debatte

Hertha gibt das Maifeld für Stadion-Neubau noch nicht auf

Der Zentrale Festplatz überzeugt Hertha BSC als Standort für eine neues Fußballstadion nicht. Für den Klub bleibt das Maifeld Favorit.

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Berlin. Hertha BSC hofft weiter auf ein eigenes, reines Fußballstadion – und hat das Maifeld als potenziellen Standort offenbar noch nicht aufgegeben. Dass Innensenator Andreas Geisel (SPD) das Areal neben dem Olympiastadion aufgrund des Denkmalschutzes bereits ausgeschlossen hat, scheint die Verantwortlichen des Bundesligisten nicht abzuschrecken.

Die Gründe für den Denkmalschutz seien nicht unantastbar, sagte Herthas Stadion-Manager Klaus Teichert auf einer Klub-Veranstaltung am Montagabend: Für die Olympischen Spiele 1936 habe das Maifeld keine große Rolle gespielt, stattdessen sei es später zur Bühne für die Diktatoren Adolf Hitler und Benito Mussolini geworden. „Ich frage mich, ob es im 21. Jahrhundert eine demokratische Legitimation dafür gibt, eine Aufmarschfläche von Nationalsozialisten zu erhalten“, sagte Teichert. Seit dem zweiten Weltkrieg habe das Land Berlin mehr Gebäude abgerissen als durch den Krieg zerstört wurden.

Neues Hertha-Stadion: Debatte um Zentralen Festplatz am Flughafen Tegel

Am Dienstag traf sich Teichert mit Vertretern der Senatsverwaltung und der Tegel Projekt GmbH, um unter anderem über den potenziellen Stadion-Standort auf dem Zentralen Festplatz am Flughafen Tegel zu diskutieren. Eine Option, die den Klub, der das Olympiastadion 2025 verlassen will, offenkundig nicht überzeugt.

Einerseits verfüge die Zentrale Festplatz GmbH über einen Mietvertrag bis 2028, zum anderen fehle die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Die angestrebte Variante des Klubs sei nach wie vor die Fläche auf dem Olympiapark an der Rominter Allee. Hierfür müssten jedoch insgesamt 24 Mietparteien der Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 weichen.

Jene hatte unlängst bekräftigt, dass keinerlei Gesprächsbereitschaft mehr bestehe. Teichert gibt sich davon unbeeindruckt. Man habe der Genossenschaft „so viele gute Angebote gemacht, dass möglicherweise auch mal eins auf fruchtbaren Boden fallen wird“.