BUNDESLIGA

Präsidiumssitzung: Dardai hat nur bis Mai Jobsicherheit

Stadion-Gipfel mit Hertha-Präsident Werner Gegenbauer und dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller

Hertha-Trainer Pal Dardai (l.) und sein Vorgesetzter, Manager Michael Preetz.

Hertha-Trainer Pal Dardai (l.) und sein Vorgesetzter, Manager Michael Preetz.

Foto: firo Sportphoto/Christian Kaspar-Bartke / picture alliance / augenklick

Berlin. Es gibt viel zu besprechen in Sachen Hertha BSC. Matthias Sammer wehrte sich als Eurosport-Experte gegen die vermeintlichen „Gesetze der Branche“, wonach Trainer Pal Dardai nach der fünften Niederlage in Folge in der Diskussion stehen müsse. „Ich finde Dardai erfrischend“, sagte Sammer und beurteilte den Ungarn als „fachlich und qualitativ sehr gut. Man muss das nicht in Frage stellen.“

Dardai wiederholte in Sinsheim, was er bereits nach dem 1:2 in der Vorwoche gegen Düsseldorf gesagt hatte: „Es geht um Hertha BSC. Wenn ich die Entwicklung blockiere, dann muss man das sagen.“ Für Ex-Nationalspieler Sammer ist der entscheidende Mann der Hertha-Manager: „Wenn Michael Preetz signalisiert, es gibt keine Diskussion, dann ist das so.“

Bei Hertha steht weiter eine Trennung von Pal Dardai im Raum

Dem Vernehmen nach signalisiert der Manager aber nur, dass der Job von Dardai bis Saisonende sicher ist. Was im neuen Spieljahr passiert, „ist offen“. Das war das Resultat der Präsidiumssitzung von Hertha BSC, die unter der Woche stattfand. Ungeachtet der vertraglichen Situation des Cheftrainers – Preetz hatte im Januar vermeldet, dass Dardai die Profis auch 2019/20 trainieren werde – steht weiter eine Trennung im Sommer im Raum.

Der Manager trug dem Aufsichtsgremium vor, dass alle Optionen geprüft werden. Sowohl, wer als neuer Cotrainer den nach Stuttgart abwandernden Rainer Widmayer ersetzen soll (U17-Trainer Andreas Neuendorf, dessen Name gehandelt worden war, wird es nicht). Vor allem aber steht der Chefsessel nach der erneut enttäuschenden Hertha-Rückrunde auf dem Prüfstand. Nach Morgenpost-Informationen hinterlegte der Manager beim Präsidium die ­Botschaft, in der Trainer-Frage sei „noch keine Entscheidung gefallen“.

Müller signalisiert Unterstützung für Hertha

Werner Gegenbauer war in anderer Mission unterwegs. Der Hertha-Präsident traf am Freitag den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), um Schwung in die verfahrene Situation von Herthas Bauplänen zu bringen. Bekanntlich benötigt der Klub die Unterstützung aus Abgeordnetenhaus und Bezirk, um seinen Traum zu erfüllen, ab 2025 in einem eigenen Arena zu spielen.

Ein Ergebnis des Stadion-Gipfels, an dem auch Sportsenator Andreas Geisel (SPD) teilnahm: Bei der Suche nach Ersatz-Wohnraum für die 24 Mietparteien der Sportforumstraße, versprach die Politik Unterstützung. Intensiv diskutiert wurde auch über die Hürde eines Erbbaupachtvertrages. Den benötigt Hertha – und braucht dafür im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit, die sich bisher nicht abzeichnet.

Hertha schlägt Gesellschaft ab 2025 mit dem Land Berlin vor

Bei einer anderen Sorge der öffentlichen Hand – wie lässt sich das Olympiastadion ohne Hertha rentabel ­betreiben – hat Herthas Stadion-Manger Klaus Teichert in der Morgenpost vorgeschlagen, ab 2025 eine gemeinsame Gesellschaft zu gründen, um Waldbühne, Olympiastadion und die neue Arena zusammen zu vermarkten.

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