Pal Dardai zeigte keinerlei Wehmut. „Das ist gutes Business“, sagte Herthas Cheftrainer über den Abgang von Mitchell Weiser, dabei verliert er mit dem U21-Europameister seinen vielleicht talentiertesten Spieler. Wie der Berliner Bundesligist und Weisers künftiger Arbeitgeber Bayer Leverkusen am Dienstag bekannt gaben, wechselt der Außenbahnspieler im Sommer an den Rhein. Weiser (24), dessen Vertrag bis 2020 lief, machte von einer Ausstiegsklausel Gebrauch, die Hertha gut zwölf Millionen Euro Ablöse beschert.

85 Pflichtspiele, acht Tore, 16 Vorlagen

Gemessen daran lässt sich Dardais Resümee nicht entkräften, schließlich war Weiser 2015 ablösefrei vom FC Bayern gekommen. 85 Pflichtspiele, acht Tore und 16 Vorlagen später verabschiedet er sich nun als gelungenes Investment, allerdings auch mit fadem Beigeschmack. Weil „die Leistung am Ende nicht mehr in Ordnung war“ (Dardai) und das Verhältnis zwischen Trainer und dem lustlos wirkenden Weiser zu belastet. Zumindest öffentlich geht Weiser jedoch ohne Groll. „Danke Hertha“, schrieb er bei Twitter: „Waren drei coole Jahre. Alles Gute dem ganzen Verein. Will einen neuen Schritt machen.“

In Leverkusen hat Rudi Völler Weisers Entwicklung genau verfolgt. „Er hat bewiesen, welch großes Talent er ist“, sagte der Sportchef, „wir sehen aber auch, dass er sein Potenzial längst noch nicht ausgeschöpft hat.“ Ein Grund, weshalb Dardai so sehr mit dem U21-Europameister gehadert hatte.

Dardai lobt Schieber, Weiser eher nicht

Neben Weisers Weggang wurde am Dienstag auch der von Julian Schieber (29) offiziell verkündet. Wohin es den lange Zeit verletzten Stürmer zieht, ist noch offen. Als sicher gilt indes, dass er ein Abschiedsgeschenk bekommen wird. „Er ist ein super Junge“, sagte Dardai, „ich werde versuchen, dass er am Sonnabend gegen Leipzig zum Einsatz kommt.“ Ob das für Weiser auch gelte, wurde der Ungar noch gefragt. Seine nüchterne Antwort: „Eher nicht.“

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