Fussball

Stadionfrage wird zur Hängepartie

Noch haben die Gespräche mit dem Senat nicht zu Ergebnissen geführt. Weitere Verhandlungen sind nötig.

Hertha ist das Olympiastadion zu groß. Sie wollen eine kleine Spielstätte

Hertha ist das Olympiastadion zu groß. Sie wollen eine kleine Spielstätte

Foto: pa

Berlin.  Neubau oder Ausbau? Die in der Hauptstadt konträr diskutierte Stadionfrage wird für Hertha BSC und den Berliner Senat zur Hängepartie. Ob eher der Bau einer reinen Fußball-Arena oder eine nochmalige Umgestaltung des über 80 Jahre alten Olympiastadions bevorzugt wird, kann nun erst Mitte Mai bekanntgegeben werden. Ursprünglich sollte die Prüfung der möglichen Varianten bis Ende April beendet sein.

Das abschließende Gespräch zwischen Hertha BSC und dem Senat hinsichtlich der Möglichkeiten habe noch nicht stattfinden können, teilte der Berliner Fußball-Bundesligist am Freitag mit: "Es ist verabredet, dass dieses Gespräch bis zur Mitgliederversammlung am 14. Mai stattgefunden haben soll und die Ergebnisse dort den Mitgliedern und der Öffentlichkeit präsentiert werden."

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat der Senat als Eigentümer des Olympia-Parks Hertha Vorschläge unterbreitet und wartet auf eine Reaktion des Vereins. Hertha und der Senat verhandeln seit Juli 2017 über eine Lösung, nachdem der Verein verkündet hatte, bis 2025 in einer neuen Arena seine Heimspiele austragen zu wollen.

Die neben einem privat finanzierten Neubau im Olympia-Park von Hertha ebenfalls vorgestellte Lösung im brandenburgischen Ludwigsfelde ist bereits vom Tisch. Der Senat brachte die Umbau-Variante ins Spiel, um die Auslastung des Olympiastadion zu sichern. Die Arena war zur Fußball-WM 2006 für 240 Millionen Euro aus der öffentlichen Hand saniert und modernisiert worden.

Hertha will mit einem neuen Fußballstadion ohne Laufbahn die Attraktivität für die Fans erhöhen und damit den derzeit gerade sinkenden Zuschauerzuspruch wieder erhöhen. Dies sei am besten mit einem Stadion-Neubau auf dem Olympiagelände zu erreichen. Das Olympiastadion ist aufgrund der großen Kapazität von mehr als 70 000 Plätzen nur selten voll ausgelastet.

Der Senat hat offiziell bislang keine klare Präferenz geäußert. Man müsse prüfen, was technisch und baurechtlich möglich sei, hatte Sportsenator Andreas Geisel (SPD) im Januar erklärt. "Die Klugheit gebietet, zunächst abzuwarten, was die Studien ergeben, und sich dann zu äußern", bemerkte Geisel. Für den Senat könnte das Olympiastadion ohne den Hauptnutzer Hertha und die damit verbundenen Mieteinnahmen zum Finanzproblem werden.

Auch die erwarteten Ergebnisse der Gespräche, die auf erneute Untersuchungen der Optionen auf Machbarkeit und Finanzierbarkeit beruhen sollen, werden nicht definitiv festlegen, ob neu gebaut oder umgebaut wird. Hertha will ein neues Stadion privat finanzieren. Der Zeitplan bis zum von Hertha favorisierten Umzugstermin 2025 ist schon jetzt anspruchsvoll.

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