Dass ein namhafter Profi-Fußballer mit der Straßenbahn fährt, sieht man selten. Schalkes Breel Embolo sorgte kürzlich für eine Ausnahme dieser Regel, wenn auch nur inszeniert von den klubeigenen Medien. Der teuerste Einkauf der königsblauen Geschichte (22,5 Millionen Euro) soll offenbar endgültig ankommen in Gelsenkirchen. Das hat lange genug gedauert. Verpflichtet wurde der Schweizer Stürmer vom FC Basel schließlich schon im Sommer 2016.
Vor Herthas Spiel am heutigen Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) beim Tabellendritten ist Embolo für Schalke so wichtig wie nie zuvor. Endlich, sagen all jene, die den 19-Jährigen schon als teuersten Fehleinkauf aller Zeiten abgestempelt hatten. Dreimal in Folge stand der Nationalspieler zuletzt in der Startelf, erzielte ein Tor und bereitete ein weiteres vor. Wie Embolo beim jüngsten 2:0 in Leverkusen agiert habe, sei „aller Ehren wert“, sagt Manager Christian Heidel, vermeidet es jedoch, zu hohe Erwartungen zu schüren: „Man darf nicht vergessen, wie jung Breel ist. Und: Er hat vorher in der Schweizer Liga gespielt.“ Im Vergleich zur Bundesliga ein Klassenunterschied.
Nach Horror-Verletzung fast ein Jahr Pause
Die Erwartungen an den Jungen mit den kamerunischen Wurzeln waren natürlich trotzdem gewaltig, allein schon wegen der Ablöse. An ihren Preisschildern hatten schon ganz andere Supertalente schwer zu tragen, doch Embolo, 1,85 Meter groß, Typ Kraftpaket und gesegnet mit einem sonnigen Gemüt, wurde zugetraut, es zu stemmen. Nur hatte das Schicksal andere Pläne. Schon im achten Spiel für Schalke traf es Embolo hart. Wadenbeinbruch, Sprunggelenkbruch, Syndesmose- und Innenbandriss, später ein Knochenödem – das Saisonaus.
Früher, erzählt Embolo in der Straßenbahn, sei er immer mit dem Zug zum Training gefahren. Auf Schalke hingegen führte sein Weg über quälend lange Monate nur in die Reha. Erst seit November 2017 halten ihn die Verantwortlichen für fit genug, um sein Potenzial abrufen zu können. Seit Februar scheint er sich in der Bundesliga akklimatisiert zu haben. „Es gibt noch kein Gerät, das feststellen kann, bei wie viel Prozent ich bin“, sagt Embolo, „aber ich weiß, dass sehr viel an mir und meiner Arbeit liegt.“
Malocher statt Filou
Auf dem Platz verrichtete er jene zuletzt tadellos. Embolo ist kein Edeltechniker, kein Filou, sein Spiel besticht durch Physis und Dynamik. Er behauptet Bälle und verteilt sie, läuft Gegenspieler an und ackert. Eine Malocher-Mentalität, die auf Schalke gut ankommt.
Die jüngsten beiden Duelle mit Hertha gewann Schalke 2:0. Die Torschützen hießen jeweils Guido Burgstaller und Leon Goretzka. Burgstaller fällt gesperrt aus, Goretzka ist angeschlagen. Breel Embolo ist am Zug.





