Hertha BSC

1000 Tore im Olympiastadion

Hertha BSC kann gegen Hoffenheim eine historische Marke in der Bundesliga knacken. Eine Rückschau auf besondere Treffer in Berlin.

Michael Preetz verwandelt am letzten Spieltag der Saison 1998/99 einen Elfmeter gegen Torhüter Hans-Jörg Butt vom Hamburger SV. Insgesamt erzielte der heutige Hertha-Manager in dieser Partie drei Treffer und wurde Torschützenkönig der Bundesliga mit 23 Toren. Die Partie endete 6:1

Michael Preetz verwandelt am letzten Spieltag der Saison 1998/99 einen Elfmeter gegen Torhüter Hans-Jörg Butt vom Hamburger SV. Insgesamt erzielte der heutige Hertha-Manager in dieser Partie drei Treffer und wurde Torschützenkönig der Bundesliga mit 23 Toren. Die Partie endete 6:1

Foto: imago sport

Berlin.  Das Olympiastadion wird das tun, was es immer tut, wenn es ein Rendezvous mit der Geschichte hat: es stoisch über sich ergehen lassen. Einfach da sein, im Hintergrund und trotzdem unübersehbar – als gewaltige Bühne für den großen Moment, für Hertha BSC.

Hans-Günter Schimmöller traf als erster Herthaner

Die Berliner stehen kurz vor ihrem 1000. Bundesligator in ihrem Wohnzimmer. Bislang haben die Fans in Westend 997 Erstliga-Treffer bejubelt, erstmals im August 1963, als Hans-Günter Schimmöller vom Elfmeterpunkt traf. Das war die Nummer eins. Mit etwas Glück könnte die historische Marke schon an diesem Sonnabend gegen Hoffenheim fallen (15.30 Uhr/Sky): Eintausend Bundesliga-Tore zu Hause, ein Meilenstein, fast so monumental wie das Stadion selbst.

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Davie Selke, Salomon Kalou oder Vedad Ibisevic – sie alle haben die Chance, sich endgültig einen Platz im blau-weißen Geschichtsbuch zu sichern, sich einzureihen in die Liste der Jubiläumstorschützen. So wie Lorenz Horr, dem 1974 der 250. Treffer gelang. Oder Michel Dinzey, der 1997 die 500 vollmachte, ehe Raffael acht Jahre später Tor Nummer 750 erzielte. Mehr als die runden Zahlen sind allerdings die runden Momente in Erinnerung geblieben, jene Augenblicke, in denen aus Fußball Magie wurde und eine schillernde Hertha-Truppe das Toreschießen vom Handwerk zur Kunstform erhob. Alex Alves vom Anstoßpunkt (2000), einmalig. Schlitzohr Marko Pantelic mit seinem 20-Meter-Lupfer aus vollem Lauf (2006), raffiniert. Der Brasilianer Marcelinho aus dem Mittelkreis (2005), eine Mischung aus Genie und Wahnsinn.

Erich Beer ist bis heute das Maß der Dinge mit 58 Toren

Aber so spektakulär Herthas Torjäger der Nullerjahre auch waren: Einen haben sie nie erreicht. Erich „Ete“ Beer ist im Olympiastadion bis heute das Maß aller Dinge. Zwischen 1971 und 1979 traf die Hertha-Ikone 58 Mal zwischen Ostkurve und Marathontor, Rekord. Ihm am nächsten kam der heutige Manager des Klubs. Michael Preetz rückte zwischen 1997 und 2003 bis auf ein Tor an Beer heran. Dahinter rangieren der 53 Mal erfolgreiche Horr – dem 1970 beim 9:1 gegen Borussia Dortmund nach 44 Sekunden der schnellste Treffer gelang –, Marcelinho (40) und Pantelic (27), gefolgt von Karl-Heinz Granitza, Erwin Hermandung (beide 22) und Wolfgang Gayer (21).

Von den heutigen Hertha-Profis darf sich am ehesten Kalou (17) als „Mister Olympiastadion“ fühlen. Mit seinem Doppelpack gegen Hannover zog der Ivorer im Dezember mit Alves, Arno Steffenhagen und Franz Brungs gleich. Auf dem Weg zum Tor Nummer 1000 gab es nichts, was es nicht gab. Kantige Torschützen wie „Funkturm“ Uwe Kliemann (1,96 Meter), wuselige Dribbelkünstler wie Dariusz Wosz (1,69 Meter) und natürlich Standardexperten wie Sebastian Deisler, Ronny oder Marvin Plattenhardt – auch er ein Anwärter auf das Jubiläumstor. Wem immer der 1000. Treffer gelingen mag, sein Ehrenplatz im Hertha-Kosmos wäre für alle Zeiten gesichert. Wenn das kein Anreiz ist...