DFB-Pokal

Souveräne Herthaner siegen 2:0 gegen St. Pauli

Für Hertha BSC läuft es auch im Pokal ideal. Der Tabellendritte der Bundesliga siegt souverän mit 2:0 in St. Pauli.

St. Paulis Bernd Nehrig (r.) und Herthas Mitchell Weiser kämpfen um den Ball

St. Paulis Bernd Nehrig (r.) und Herthas Mitchell Weiser kämpfen um den Ball

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Langsam, aber sicher legt Hertha BSC seine über Jahre gepflegte Pokal-Allergie ab. Nachdem die Berliner in der vergangenen Saison bis ins Halbfinale gestürmt waren, meisterten sie auch im aktuellen Wettbewerb die zweite Runde. Mit einem schmucklosen, aber verdienten 2:0 (1:0) setzte sich Hertha beim Tabellenletzten der Zweiten Liga FC St. Pauli durch und erreichte das Achtelfinale des DFB-Pokals. Mann des Abends war Mitchell Weiser, der ein Tor selbst am Millerntor erzielte (42.) und das zweite von Valentin Stocker vorbereitete (54.). „St. Pauli hat viel besser gespielt, als es die Tabelle nahelegt“, sagte Salomon Kalou. „Wichtig war unser erstes Tor kurz vor der Pause. Das hat den Widerstand gebrochen.“

Das Verhältnis zwischen Hertha und einigen Fan-Gruppen ist gerade schwierig. Als Antwort auf das homophobe Spruchband, das am vergangenen Sonnabend in der Ostkurve zu sehen war, trugen die Hertha-Profs ein Warmlauf-Shirt mit dem Wort „Toleranz“ in Regenbogenfarben. Ein Zeichen, dass der Verein seit vielen Jahren für Respekt und gegen Diskriminierung steht. Die Antwort aus dem Hertha-Block: Schon nach zwei Minuten unterbrach Schiedsrichter Deniz Aytekin die Partie, weil im Gästefanblock im großen Stil Pyros gezündet wurden und Rauch übers Spielfeld waberte.

"Kämpfen, bis der Arzt kommt"

Zum Spiel: Die Rotation bei Hertha war wie erwartet ausgefallen. Peter Pekarik und Valentin Stocker kamen in die Mannschaft, Salomon Kalou blieb im Team. Dafür nahmen Alexander Esswein und Genki Haraguchi auf der Bank Platz. Auf dem Feld war zunächst kein Klassenunterschied zu sehen zwischen dem Zweitliga-Letzten und dem Bundesliga-Dritten. Klar, Hertha hatte mehr Ballbesitz, ließ das Spielgerät aber meist fernab des St. Pauli-Tores zirkulieren. Die Gastgeber hatten sich die Worte von Trainer Ewald Lienen zu Herzen genommen, der von seiner Mannschaft gefordert hatte „zu kämpfen, bis der Arzt kommt“. Angefeuert von einer enthusiastischen Kulisse stemmte sich der Außenseiter gegen die Berliner Angriffe.

So kontrolliert die Berliner auftraten, vermochten sie zunächst keinen Druck aufzubauen. Stocker scheiterte mit einem Schuss per Hacke an St. Paulis Torwart Robin Himmelmann (13.). Allerdings konnten die Gäste auf eine ihrer Stärken zählen: Hertha ließ auch den Gastgebern nichts zu. Nur einmal in der ersten Hälfte kam St. Pauli zu einem Abschluss von Maurice Litka, doch der Versuch ging vorbei (40.).

Als die Hausherren meinten, sie hätten ihr erstes Etappenziel quasi sicher, zu Null in die Pause zu kommen, schlug Hertha zu. Ein Konter über die linke Seite landete bei Vedad Ibisevic, der von der Grundlinie zurück zur Strafraumgrenze passte. Kalou zog aus vollem Lauf ab, sein Ball wurde abgefälscht und landete bei Weiser. Der 22-Jährige zirkelte den Ball unerreichbar ins linke Eck, 1:0 (42.).

Valentin Stocker sorgt für die Entscheidung

Nach der Pause hatten die Gäste neun hektische Minuten zu überstehen. St. Pauli versuchte die Intensität zu steigern. Hertha hielt dagegen, Kalou kassierte ebenso eine Gelbe Karte wie Ibisevic. Pauli kam zwar zu einem Freistoß und zwei Ecken – Torwart Rune Jarstein kam aber nicht in Bedrängnis.

Nachdem St. Paulis Torwart Himmelmann einen Kalou-Schuss noch an den Pfosten gelenkt hatte (50.), war er nach 54 Minuten machtlos. Diesmal glänzte Weiser als Vorbereiter, spurtete 40 Meter durch St. Paulis Hälfte und flankte butterweich an den zweiten Pfosten, dort köpfte Stocker aus spitzem Winkel das 2:0. Nun nahm die Angelegenheit ihren standesgemäßen Verlauf. Hertha dominierte, auch die Auswechslung des verletzten Sebastian Langkamp änderte daran nichts. St. Pauli gelang nur noch ein Latten-Kopfball von Fafa Picault (80.). Das war’s.

Hertha steht im Pokal-Achtelfinale. Der Gegner dort wird an diesem Mittwoch in der ARD nach den restlichen Partien gegen 23.45 Uhr ausgelost.