Der Countdown läuft. Am Montag, dem 31. August, in exakt einer Woche also, endet die Sommer- Transferperiode. „Gut möglich, dass es noch einiges an Bewegung gibt, sowohl auf der Zugangs- als auch der Abgangsseite“, sagt Michael Preetz, der Manager von Hertha BSC.
Ein Kandidat, der Berlin verlassen soll, wird beim 16-Uhr-Training des Bundesligisten an diesem Montag voraussichtlich fehlen: Ronny. Dino Lamberti, der Berater des Brasilianers, hat Hertha gebeten, Ronny für einen Kurztrip freizustellen. Der Mittelfeldspieler will sich mit seinem Agenten in Saudi-Arabien die Verhältnisse anschauen. Al-Nasr Riad, der Meister der Jahre 2014 und 2015, hat sein mündliches Interesse an Ronny mittlerweile mit einem schriftlichen Angebot hinterlegt.
Auch al-Ittihad buhlt um Ronny
Für Ronny, 29, ist die Offerte attraktiv, weil sie eine Gehaltsaufstockung vorsieht, verglichen mit seinem Jahressalär von 1,5 Millionen Euro in Berlin. Hertha will den ebenso hochbegabten wie aufgrund seiner fehlenden Dynamik aber nicht mehr zeitgemäßen Spielmacher unbedingt abgeben. Manager Preetz hatte den Vertrag mit dem Publikumsliebling im Mai 2013, nach dessen bester Saison in Berlin (18 Tore, 14 Vorlagen in Liga zwei), bis 2017 verlängert. Geht Ronny jetzt, spart Hertha zwei Jahresgehälter und hofft zusätzlich auf eine Ablöse von drei Millionen Euro.
Mittlerweile hat ein zweiter Klub aus Saudi-Arabien Interesse an Ronny angemeldet, al-Ittihad. Berater Lamberti will jedoch, dass Ronny sich vorab die Verhältnisse in Saudi-Arabien selbst anschaut. Das Land ist eine absolutistische Monarchie, der Islam spielt eine wichtige Rolle. „Das Leben dort läuft etwas anders als in Europa“, sagt Lamberti. Der Berater aus der Schweiz will mit Ronny nach Riad fliegen, sobald die benötigten Visa ausgestellt sind, wenn möglich heute.
Hertha wartet auf die Champions-League-Qualifikation
Hertha ist mit vier Punkten aus den ersten beiden Partien zwar ordentlich in die neue Bundesliga-Saison gestartet (Torverhältnis 2:1). Doch Manager Preetz und Trainer Pal Dardai wissen, dass die Mannschaft, um eine sorgenfreie Saison zu spielen, mehr Qualität benötigt. Es gibt klaren Handlungsbedarf, was die Eigenschaften Torgefahr, Kreativität und Geschwindigkeit angeht.
Entsprechend sucht Hertha im Sturm, im Mittelfeld sowie auf der linken Außenbahn. Um wen genau sich der Hauptstadt-Klub bemüht, ist nicht zuletzt davon abhängig, welche Klubs nach den Qualifikations-Rückspielen Mitte dieser Woche in der Champions League spielen - und wer sie verpasst. Daraus ergeben sich jeweils Konstellationen für personelle Veränderungen. Preetz hofft, wie allerdings andere Manager auch, auf diesem Weg Qualität zu holen, die sonst für Hertha nicht erschwinglich ist.




