Für Hertha BSC gibt es in der wichtigen Frage des Hauptsponsors Planungssicherheit. Seit vergangenem Freitag hat Stefan Meurer, der Geschäftsführer von Herthas Exklusivpartner X-Tip, ein offizielles Schreiben des Bundesligisten vorliegen. X-Tip, ein Unternehmen aus der Wettbranche mit Sitz in Frankfurt/Main, hat nun zwei Wochen Zeit, bis Freitag, den 31. Juli, zu überlegen, ob es das Brustsponsoring der Berliner übernehmen will. Das hat der Klub mit dem Branchenkonkurrenten bet-at-home.com (mit Sitzen in Düsseldorf, Graz, Malta und Gibraltar) verhandelt.

Das Paket für bet-at-home.com sieht einen Drei-Jahres-Vertrag vor, der Hertha pro Saison bis zu sechs Millionen Euro einbringen soll, also bis zu 18 Millionen über die gesamte Vertragslaufzeit. Mit der Angelegenheit befasste Personen beim Bundesligisten gehen nicht davon aus, dass X-Tip von seinem "Matching-Right" Gebrauch machen wird. Das ist eine Sonderklausel, nach der das Unternehmen gefragt werden muss, ob es bereit ist, zu den Konditionen, die mit dem neuen Hauptsponsor vereinbart sind, dessen Vertrag zu übernehmen.

Egal, wie die Angelegenheit ausgeht: Hertha wird bei der Generalprobe für die Bundesliga-Saison am Sonnabend, dem 1. August, im Jahn-Sportpark gegen CFC Genua erstmals mit dem neuen Hauptsponsor auf dem Trikot auflaufen.

Damit haben die Blau-Weißen rechtzeitig vor dem Saisonstart Mitte August die Lücke gefüllt, die durch den Ausstieg der Deutschen Bahn zum 30. Juni entstanden war.

Sponsoren-Geld geht heute meist an Topklubs

Die schlechte Nachricht für Hertha ist, dass der Klub sich auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor den Marktmechanismen beugen muss. Während die Marke Bundesliga boomt und bei der nächsten Verhandlungsrunde für die neuen TV-Verträge von 2017 bis 2020 erneut Rekordmarken erwartet werden (auch dank zweier neuer Anstoßzeiten), tut sich Hertha schwer, von diesem Boom zu profitieren.

Die Blau-Weißen haben seit Jahren nicht mehr sportlich positiv überrascht. Irgendwann kann es da der Hauptstadt-Bonus allein auch nicht mehr herausreißen. Zumal der Trend in der Wirtschaft ohnehin dahin geht, Sponsoring-Millionen nicht mehr mit der Gießkanne über der Bundesliga zu verteilen, sondern sich gezielt auf Topklubs zu konzentrieren.