Bundesliga

0:1 - Hertha verliert gegen den Rekordmeister aus München

Der FC Bayern München hat seine Siegesserie in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt und auch bei Hertha BSC gewonnen. Der deutsche Meister kam am Sonnabend bei den Berlinern zu einem knappen 1:0.

Foto: AFP

Am Ende ging es glimpflich ab. Salomon Kalou klatschte sich mit Xabi Alonso ab, umarmte Jerome Boateng und gratulierte Manuel Neuer. 0:1 (0:1) hatte er mit Hertha BSC das Heimspiel gegen den hohen Favoriten FC Bayern München verloren.

Dabei erlebten die 76.197 Zuschauer im ausverkauften Olympiastadion eine Partie mit zwei sehr verschiedenen Hälften. Desillusionierend für Hertha waren die ersten 45 Minuten. Da zog der Rekordmeister seinen bekannten Dominanzfußball auf. Die Zahlen bis zur Pause aus Hertha-Sicht: 0:10 Torschüsse, 0:7 Flanken, 25 Prozent Ballbesitz. Übersetzt: Die Gastgeber fanden nicht statt.

Schon nach drei Minuten war Hertha im Glück: Thomas Müller setzte sich auf der rechten Seite durch, in der Mitte rutschte Robert Lewandowski in die Flanke, der Ball flog jedoch um Zentimeter über die Latte.

Hertha-Trainer Jos Luhukay hatte auf die Siegerelf der Vorwoche in Köln vertraut und damit auch auf das 4-2-3-1-System. Das bedeutete auch: John Heitinga und Kalou saßen auf der Bank. Die Berliner, angeführt von ihrem bissigen Kapitän Per Skjelbred, stemmten sich mit Vehemenz gegen die Bayern. Allein, es half kaum.

Torwart Kraft mit den meisten Ballkontakten

Angriff auf Angriff rollte auf das Hertha-Tor zu. Torwart Thomas Kraft hatte in den ersten 20 Minuten die meisten Ballkontakte bei Hertha. Die größte Schwäche war die fehlende Sicherheit mit dem Ball. So machten im Abwehrzentrum Jens Hegeler und John Brooks ihre Sache eigentlich ganz gut. Aber sobald der Ball erobert war, so rasch waren die Berliner ihn wieder los. Bezeichnend eine Szene nach 30 Minuten: Marcel Ndjeng schnappte sich den Ball. Weil gerade die gesamte Bayern-Offensive im Vorwärtsgang war, hatte er 30 Meter Platz vor sich. Ndjeng rannte los und schaute. In der Sturmspitze löste sich Julian Schieber von seinem Gegenspieler und sprintete rechts in die Bayern-Hälfte hinein. Ndjeng passte unbedrängt mit Schwung – nach links. Eine Aufstöhnen ging durchs Stadion.

Bei aller Überlegenheit in der Zone 20, 25 Meter vor dem Hertha-Tor taten sich die Bayern schwer, zu klaren Abschlüssen zu kommen. So half der Zufall. Mario Götze wollte eigentlich Lewandowski bedienen, der Ball sprang jedoch Herthas Nico Schulz gegen die Wade. Von dort flipperte der Ball Arjen Robben vor die Füße. Der Niederländer zog sofort aus 22 Metern ab. Torwart Kraft war noch mit der Hand am Ball, aber links schlug er ein, 0:1 (27.).

Weiter rollte der Bayern-Express, die Blau-Weißen vermochten sich nicht zu befreien. Selbst wenn ein Herthaner mal ein Kopfball-Duell gewann, landete der zweite Ball stets bei den Münchenern. Wie es um das Selbstbewusstsein bei Hertha in dieser Phase bestellt war, zeigte ein Freistoß. Ndjeng, der in der Vorwoche gegen Köln noch getroffen hatte, legte sich den Ball zurecht. Und schaufelte Bayern-Torwart Neuer einen Ball der Marke Rückpass in die Arme (35.).

Ronny und Kalou bringen Tempo ins Spiel

Auf der Gegenseite bemühten die Berliner weiter ihr Glückskonto. Robben verfehlte aus acht Metern das Hertha-Tor (38.), Juan Bernat aus zwölf Metern (40.). Erstaunlich zur Pause war also, dass Hertha lediglich mit einem Treffer zurück lag. Und sich nach der Halbzeit endlich etwas zutraute. Nun agierten Franck Ribéry und Mario Götze pomadig. Stattdessen versuchte sich Änis Ben-Hatira am ersten Hertha-Schuss in Richtung Bayern-Tor (47.). Noch besser kamen die Berliner ins Spiel, als Ronny und Kalou eingewechselt wurden. Sofort brachte Ronny den Ball vorbei an Bayerns Innenverteidiger Dante, Kalou verfehlte ihn nur um eine Fußspitze (63.). Ronny bestätigte einmal mehr seine Freistoß-Qualitäten. Aus 35 Metern wuchtete er den Ball per Aufsetzer aufs Bayern-Tor, Manuel Neuer konnte den Ball nur abklatschen und rettete im Nachfassen vorm heranstürmenden Hegeler (71.).

Nun war die Stimmung im eisig kalten Stadion prächtig. Zumal Schlussmann Kraft mit einer spektakulären Parade gegen Lewandowski Hertha weiter im Spiel hielt (83.). In Minute 86 spielte Ronny Brooks im Bayern-Strafraum frei, doch aus 15 Metern verfehlte Brooks das Münchener Tor knapp (86.). „In der zweiten war Hertha besser. Wir haben da die Kontrolle verloren und Hertha hat schnell gekontert“, analysierte Münchens Trainer Pep Guardiola. Torschütze Robben räumte ein: „Das war ein hässlicher Sieg. Aber wir können nicht immer gut spielen, aber wir haben drei Punkte und Schluss.“

Hertha-Trainer Luhukay sagte: „Bayern hatte vor der Pause eine unglaublich gute Ballzirkulation. Wir kamen nicht ins Spiel. In der zweiten Hälfte wurde es ausgeglichener. Wir hatten die eine oder andere Situation, um den Ausgleich zu erzielen. Die zweite Hälfte gibt uns ein bisschen Hoffnung für das nächste Spiel.“ Da tritt Hertha in Mönchengladbach an.

Das Spiel im Minutenprotokoll

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