Auch einen Tag nach seinem Bundesliga-Debüt beim 2:1 in Dortmund hören die guten Nachrichten für den erst 18-jährigen Marius Gersbeck nicht auf. So schickte Trainer Jos Luhukay dem Youngster noch eine frohe Botschaft in die Weihnachtsferien hinterher: „Er geht mit ins Trainingslager in die Türkei.“
Damit nimmt Keeper den Weg, den im Sommer eine Meniskusverletzung zunächst gestoppt hatte. Er ist bei den Profis angekommen. Noch im Sommer 2012 glänzte er bei den B-Junioren, errang mit ihnen die Deutsche Meisterschaft. Die Bundesliga-Partie vor 80.000 Zuschauer beim Champions League-Finalisten stachelte ihn in seiner Karriereplanung erst richtig an: „Das Spiel war der Anreiz, jetzt wirklich den Schritt Richtung Profikarriere machen zu wollen und das Erlebnis jede Woche genießen zu dürfen.“
Deutscher Meister mit der Hertha B-Jugend
Jos Luhukay gönnt diese Glücksmomente seinem Talent, dessen höchste Ligaerfahrung zuvor acht Einsätze in der viertklassigen Regionalliga waren. Auch einen Tag später bekam der Trainer das Lächeln nicht aus dem Gesicht.
Der Niederländer freute sich nicht allein als sportlich Verantwortlicher: „Wenn ich Marius nach dem Spiel auf dem Zaun feiern sehe, dann bin ich kein Trainer mehr, sondern nur noch ein Mensch, der stolz ist, so einen Jungen in seiner Entwicklung zu begleiten.“
Luxussituation im Hertha-Tor
Es ist die vielfach geglückte Integration von sehr jungen Nachwuchsspielern in die Profimannschaft, die Hoffnung auf eine weitere Entwicklung von Gersbeck bei Hertha macht. So etablierten sich mit Nico Schulz, John Brooks, Fabian Holland verschiedene junge Talente im Team von Luhukay. Größtes Vorbild dürfte Hany Mukhtar sein, der ebenfalls erst 18 ist. Mit ihm hat Gersbeck gemein, dass beide die Schule bereits beendet haben und die Doppelbelastung Ausbildung und Profitraining nicht miteinander vereinen müssen.
Auch Manager Michael Preetz beförderte den jungen Keeper in der sportlichen Rangordnung bei Hertha: „Wir haben jetzt die Luxussituation, dass wir mit Kraft, Jarstein, Burchert und Gersbeck vier richtig gute Torwarte in unseren Reihen haben.“
Angst, dass Youngster Gersbeck der Rummel um die eigene Person zu Kopf steigt, hat indes niemand bei Hertha. „Er ist ein nüchterner, bodenständiger Typ. Marius wird nicht abheben“, ist sich Luhukay sicher.





