Der Nächste, bitte: Manager Michael Preetz setzt seine Offensive fort, wichtige Spieler langfristig an Hertha BSC zu binden. Jetzt bestätigte Sandro Wagner (25) der Berliner Morgenpost: „Ich habe meinen Vertrag bis 2016 verlängert. Ich freue mich sehr, weil ich mich im Klub und der Stadt total wohl fühle.“ Der bisherige Kontrakt wäre im Juni 2014 ausgelaufen.

Zuvor hat Hertha vorzeitig mit Fabian Lustenberger, Ronny, John Brooks und Nico Schulz sowie mit Trainer Jos Luhukay verlängert.

Es ist wohl kein Zufall: In jenen Tagen, in denen Sturmrivale Pierre-Michel Lasogga an den Bundesligarivalen Hamburger SV verliehen wird, wird ein neues Arbeitspapier mit Wagner unterschrieben. „Wir haben uns hier ein großes Projekt vorgenommen, ich bin froh, Teil davon zu sein“, sagte Wagner. Er verwies auf den „großen Ärger“, den Hertha nach dem Abstieg im Sommer 2012 hatte. „Der Verein brauchte einen Neustart mit dem neuen Trainer. Und ich persönlich brauchte auch einen Neustart.“

Unglücklich in der Pfalz

Zuvor bei Werder Bremen und dem 1. FC Kaiserslautern war der Angreifer nicht recht glücklich geworden, bei Hertha lief es besser. Im Aufstiegsjahr der Zweiten Liga kam Wagner auf 31 Einsätze (fünf Tore), in der Bundesliga war er in drei der bisher vier Partien im Einsatz, stets als Einwechselspieler.

Wagner macht keinen Hehl daraus, dass er gern mehr Spielzeit hätte. Gleichzeitig betont er sein „Superverhältnis zum Trainer“ und den „tollen Charakter in der Truppe. Da wächst etwas zusammen.“

Wagner verfügt über weniger Torjäger-Qualitäten als Lasogga. Dafür ist er aber der Spieler, der härter für das Team arbeitet, egal, ob Hertha sich in der Offensive befindet oder in der Defensive. Diese Qualität schätzt Trainer Luhukay hoch. Dazu bringt der gebürtige Münchener ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein mit. Ob im hitzigen Derby beim 1. FC Union oder auswärts vor 80.000 Zuschauern bei Borussia Dortmund – Wagner ist aus Prinzip nicht beeindruckt.

Kein Träume von Europa

Dennoch hat er sich einen gesunden Blick auf die Situation bewahrt. Auf Überschriften wie „Baumjohann-Verletzung – Rückschlag für Herthas Champions-League-Träume“ reagiert er mit Kopfschütteln. Der Kreuzbandriss von Alexander Baumjohann samt dessen sechsmonatiger Zwangspause „ist ganz bitter für Baumi und für uns. Aber wir bekommen das als Mannschaft hin.“

Grundsätzlich, findet Wagner, hat Hertha „mit sieben Punkten aus vier Spielen einen ordentlichen Start hingelegt“. Der Aufsteiger habe nachgewiesen, dass er in der ersten Liga mithalten kann. „Wir sollten möglichst schnell die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einsammeln. Aber da braucht niemand vom Europacup zu träumen.“