Zwischenbilanz

Warum Hertha-Manager Preetz die Spieler nicht bemuttern will

Bislang verlief die Vorbereitung für Hertha BSC nahezu reibungslos. Eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel spricht Manager Michael Preetz über die Zugänge, mittelfristige Planungen und Ronnys Fitness.

Foto: Maja Hitij / dapd

In einer Woche steht das erste Pflichtspiel für Hertha BSC an. Der Bundesliga-Aufsteiger startet am 4. August im DFB-Pokal beim VfR Neumünster in die neue Saison. Nach fünf Wochen Vorbereitung mit acht Siegen in acht Testspielen zieht Hertha-Manager Michael Preetz eine Zwischenbilanz. Preetz über . . .

Die Form

Wir haben die ersten acht Testspiele alle gewonnen. Das sollte man nicht überbewerten. Wichtiger finde ich, dass alle 27 Spieler gesund sind und die gesamte Vorbereitung durchziehen konnten. Wir haben die Basis gelegt, um in einer guten Verfassung starten zu können.

Die vier Neuen

Ich freue mich über Sebastian Langkamp, der nach einer langen Verletzung vom ersten Tag an reibungslos mittrainieren konnte. Er wird bereit sein zum ersten Spieltag. Johannes van den Bergh ist ein dynamischer Spieler, der Tempo auf unsere linke Seite bringt. Alexander Baumjohann ist ebenfalls schnell angekommen. Er hat jetzt schon gezeigt, welch’ außergewöhnliche Fähigkeiten er hat. Hajime Hosogai ist später gekommen, hat noch einen Tick Rückstand. Insgesamt bin ich sehr zufrieden.

Den internen Konkurrenzkampf

Es wird wichtig sein, dass wir eine Qualität der vergangenen Saison behalten: Dass jeder sein Ego zurück- und sich in den Dienst der Mannschaft stellt. Die Neuen passen wunderbar. Wenn es Verschiebungen gibt mit Stammspielern des letzten Jahres, die vielleicht nicht auf Anhieb spielen, haben wir klare Erwartungen: Dass sie professionell mit der Situation umgehen und sich zurückkämpfen wollen. Wir wollten Konkurrenzkampf, wir brauchen Konkurrenzkampf. Jetzt haben wir ihn.

Herthas Perspektive

Es gibt eine mittelfristige Planung. Wir wollen die Zeit bis 2016 nutzen, um Hertha wieder in der Bundesliga zu etablieren. Es ist schwierig zu sagen, wann wir welche Entwicklungssprünge machen. Aber wir glauben, dass man auch mit begrenzten Mitteln gute Lösungen finden kann. Wir haben viele junge Spieler. Nico Schulz, John Brooks, Hany Mukhtar werden diese Saison in der Bundesliga debütieren. Die sind alle bei uns im Nachwuchs ausgebildet worden. Da haben wir noch viel Entwicklungspotenzial. Wir wollen gerade mit unseren jungen Spielern den Weg gemeinsam gehen. Deshalb auch die vielen Vertragsverlängerungen.

Torjäger Ronny

Wir haben noch zehn Tage bis zum Liga-Start. Wir wünschen uns einen Ronny, der in einer guten körperlichen Verfassung ist. Nur dann kann er seine außergewöhnlichen Fähigkeiten umsetzen. Das Trainerteam tut alles, um ihn in eine gute Form zu bringen. Aber dazu gehört auch, dass die Spieler etwas beitragen müssen. Das Thema Eigenverantwortung ist ein zentrales. Wir können die Spieler nicht rund um die Uhr bemuttern.

Nico Schulz

Wir haben uns hier im Trainingslager auf eine vorzeitige Verlängerung seines Vertrages bis 2016 geeinigt. Wir haben die letzten Details geklärt, die Unterschrift wird nächste Woche erfolgen. Der Vertrag gilt für die erste und die Zweite Liga. Wenn Nico fit und fokussiert ist, kann er seine Qualitäten ausspielen: Dynamik, Tempo, Geschwindigkeit. Er hat alle Voraussetzungen, um sich durchzusetzen. Nico entwickelt sich auch beim Thema Selbstverantwortung. Er arbeitet mittlerweile an seinen Schwächen. Ich hoffe, dass Nico richtig durchstartet.

John Brooks

John wird im August zum ersten Mal von Jürgen Klinsmann zur A-Nationalmannschaft der USA eingeladen. Damit hat er spannende Perspektiven. Sein Erstliga-Debüt steht an. Wenn er es schafft, seinen Stammplatz in der Bundesliga zu behaupten, ist John automatisch ein Kandidat für das US-Nationalteam und damit für die WM 2014 in Brasilien. Die Entscheidung, ob John für die USA oder für Deutschland spielen wird, muss er Spieler treffen. Ich bin sicher, dass sich jetzt auch die deutsche U21 bei John melden wird.

Dauerkarten

Wir haben über 18.000 Dauerkarten verkauft, wir sind sehr zufrieden. Bis zum Start erreichen wir wahrscheinlich eine neue Bestmarke. Aber in Berlin wird die sich nicht im Bereich von 40.000 Dauerkarten bewegen. Ich erwarte, dass wir in der gesamten Saison auf einen Zuschauerschnitt von über 50.000 Zuschauern kommen. Die Zahl wird sich dann sehen lassen können.