Fast hat es den Anschein, als befände sich Hertha BSC nach dem Aufstieg und der besten Zweitligasaison der Vereinsgeschichte in einem Partymarathon. Doch Manager Michael Preetz und Trainer Jos Luhukay nutzten die Zeit zwischen offizieller Aufstiegsfeier und Mitgliederversammlung für klärende Gespräche mit Profis, die die Erwartungen nicht erfüllten und gehen sollen.
Das gilt vor allem für die Verteidiger Felix Bastians (25) und Roman Hubnik (28), die sportlich keine Perspektive bei Hertha mehr haben. Allerdings besitzen beide noch einen laufenden Kontrakt. Hubnik noch für ein Jahr, Bastians sogar bis 2016. „Wir respektieren die Verträge“, sagte Preetz. Doch der Manager machte auch deutlich, dass er nicht an einen sportlichen Neuanfang bei beiden glaubt: „Bei Felix Bastians sind die vergangenen eineinhalb Jahre beispielsweise weder zu seiner noch zu unserer Zufriedenheit verlaufen. Da ist es deutlich besser für ihn, sich zu verändern.“ Hertha würde beiden bei einem Wechsel nicht im Wege stehen.
Rückkehrer haben keine Perspektive
Ähnlich sieht es bei den von Leihgeschäften zurückkehrenden Spielern wie Daniel Beichler (24), Marco Djuricin (20) und Fanol Perdedaj (21) aus. Alle drei dürfen sich trotz Vertrag nach einem neuen Klub umsehen. „Gerade Fanol Perdedaj hat ein riesiges Kämpferherz und ist ein Berliner Junge. Aber wir haben ihm und seinem Berater empfohlen, sich einen neuen Verein zu suchen“, so Preetz. Auch die Eigengewächse Marvin Knoll (23)und Shervin Radjabali-Fardi (22) werden gehen.
Aufgrund der vielen Gespräche, die der Hertha-Manager als „offen und ehrlich“ beschrieb, blieben vor dem Beginn der Mitgliederversammlung am Dienstag nur wenige Minuten für Ben Sahar (23). Der Israeli kam nach Berlin, um nach neun Vereinswechseln in kurzer Zeit endlich konstant zu zeigen, warum er als großes Talent galt. Doch die Saison lief für ihn enttäuschend. In 18 Zweitliga-Einsätzen durfte er nur einmal komplett über 90 Minuten spielen, brachte es auf zwei Tore und eine Vorlage.
Neuer Vertrag für Ben Sahar
Trotzdem möchte der SC Freiburg Sahar verpflichten. Doch sowohl Hertha-Trainer Jos Luhukay als auch Preetz bauen auf die Qualitäten des schnellen Stürmers für die Bundesliga. „Er kann sich auf jeden Fall noch steigern“, so der Manager. Hertha möchte dem Israeli ein Angebot für einen neuen Vertrag machen. Das mutet zunächst kurios an, da Sahar bei seiner Vorstellung laut offizieller Klub-Mitteilung mit einem Zwei-Jahres-Vertrag ausgestattet worden war. Nach Morgenpost-Informationen besitzt Sahar aber ein Arbeitspapier nur bis zum 30. Juni. Deshalb wird nun, nachdem sich alle Beteiligten auf eine weitere Zusammenarbeit verständigt haben, neu verhandelt. Sahar trägt wohl auch kommende Saison das Hertha-Trikot.
Seb




