Entscheidungsspiel

Hertha-Kapitän Niemeyer fiebert auf der VIP-Tribüne mit

Den erhofften Sieg gegen den Tabellenvorletzten SV Sandhausen wollen die Berliner mit rund 50.000 Fans im Olympiastadion feiern. Doch einer wird beim Spitzenreiter der Zweiten Liga fehlen.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Während die Kollegen das Abschlusstraining auf dem Schenckendorff-Platz absolvierten, radelte Peter Niemeyer (29) in der Kabine auf einem Ergometer. Hertha BSC bereitet sich auf jene Partie vor, die an diesem Sonntag die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga besiegeln soll.

Ein Jahr hat der blau-weiße Tross für das große Ziel gearbeitet, den erhofften Sieg gegen den Tabellenvorletzten SV Sandhausen wollen die Berliner mit rund 50.000 Fans im Olympiastadion feiern (13.30 Uhr, HIER im Hertha-Blog).

Doch einer wird beim Spitzenreiter der Zweiten Liga fehlen: der Kapitän. In 24 Saisonspielen hat Niemeyer das Team aufs Feld geführt. Auch wenn ihn Maik Franz in einer Video-Talkshow am Donnerstag auf den Arm nahm: „Peter ist wichtig für die Mannschaft, weil er manchmal Brötchen zum Frühstück mitbringt“ – die eigentlichen Qualitäten sind andere.

Niemeyer ist der Leader, der vorlebt, was Trainer Jos Luhukay sehen will: Konzentration, Aufmerksamkeit, Leidenschaft. Doch nach seiner schweren Gehirnerschütterung, die sich Niemeyer im Topspiel gegen Eintracht Braunschweig zugezogen hat (3:0), ist derzeit an Leistungssport nicht zu denken. 30 Minuten strampelte Niemeyer also auf dem Rad, leichte Körperertüchtigung, mehr geht im Moment nicht.

„Klar wäre ich gern dabei“, sagte Niemeyer. „Aber ich habe vor zwei Jahren das entscheidende Aufstiegsspiel schon mal gemacht.“ Das war im April 2011, als Hertha durch ein 1:0 in Duisburg der Wiederaufstieg gelang. Fragen, wann er wieder trainieren kann, wehrt Niemeyer ab. „Es ist schön zu hören, dass Uli Schleicher, unser Mannschaftsarzt, sagte, dass meine Genesung ganz normal verläuft.“ Wann er laufen kann, wann Mannschaftstraining möglich ist, da mache es keinen Sinn Prognosen abzugeben.

Alkohol-Verbot für Niemeyer

Die Begegnung heute erlebt Niemeyer auf der Ehrentribüne. „Die Mannschaft hat eine gute Mischung aus Lockerheit und Konzentration. Gegen Sandhausen, das ist ein Spiel, wo wir knallhart zuschlagen müssen.“ Niemeyer hofft, nach dem Schlusspfiff gemeinsam mit den Kollegen und den Fans den Aufstieg feiern zu können. „Da bin ich dann dabei.“ Vom letzten Aufstieg vor zwei Jahren weiß er, dass es feuchtfröhlich zugehen kann. Alkohol darf er nach seiner Kopfverletzung nicht trinken. Aber Niemeyer wird für den Fall möglicher Bierduschen oder Ausflüge ins Entmüdungsbecken ein zweiten Satz Klamotten mitbringen.

Einen Termin spricht der defensive Mittelfeldspieler dann von sich aus an: „Ich fand vor zwei Jahren das letzte Saisonspiel das beeindruckendere: 77.000 Zuschauer, im Olympiastadion, 2:1 gegen Augsburg, Emotionen pur.“ In dieser Saison empfängt Hertha zum Saison-Kehraus am 19. Mai 2013 Energie Cottbus. Niemeyer: „Da will ich in jedem Fall wieder auf dem Platz stehen.“