Gegen Dynamo Dresden

Wurfgeschosse aus Hertha-Block führen fast zum Spielabbruch

Nicht zum ersten Mal in der Saison haben sich einige Anhänger von Hertha BSC als schlechte Gäste erwiesen. In Dresden flogen Wurfgeschosse.

Foto: Thomas Eisenhuth / dpa

Im ausverkauften Stadion in Dresden sind am Sonnabend einige „Fans“ von Hertha BSC bereit mit dem Anpfiff negativ aufgefallen, als zwei Böller gezündet wurden. Zudem gab es Pyrotechnik sowie Rauchbomben in der Hertha-Kurve. Rund zehn Minuten waberte blauer Nebel über der Arena.

Knapp 3000 Schlachtenbummler waren mit an die Elbe gereist. Einige von ihnen verhielten sich bei Eckstößen für Dynamo vor dem Gästeblock krass unsportlich. Es hagelte Bierbecher, Flachmänner und Feuerzeuge auf den Eckenschützen. Schiedsrichter Michael Weiner griff ein erstes Mal zum Notizblock (29. Minute).

Bei der nächsten Ecke kurz vor der Pause – mittlerweile lag Hertha 0:1 zurück – wiederholte sich die Szenerie. Erneut hagelte es Wurfgeschosse. Geradezu gemeingefährlich war der Wurf mit einer größeren Kassenrolle auf einen Dresdner Spieler, zum Glück verfehlte er das Ziel.

Hertha-Kapitän Peter Niemeyer wurde herbei zitiert

Nun stand die Partie unmittelbar vor dem Abbruch. Weiner beorderte seine Assistenten aufs Feld und ließ sich am Mittelkreise aushändigen, was sie vor dem Gästeblock aufgesammelt hatten. Eine Minuten beriet sich das Schiedsrichter-Trio.

Schließlich wurde Hertha-Kapitän Peter Niemeyer herbei zitiert. Weiner gab ihm zu verstehen, dass er die Partie abbrechen werde, wenn es einen weiteren Vorfall gebe (41.). Unterdessen war Torwart Thomas Kraft zu den eigenen Anhängern gelaufen und versuchte, die Gemüter zu beruhigen (41.).

Viele Hertha-Anhänger, die nicht nach Dresden mitgereist waren und die Partie am Fernseher verfolgten, waren genervt über diese Art der ‚Unterstützung‘. Bei Immerhertha.de, dem Blog der Morgenpost, schrieb der Nutzer „Kielerblauweiß“: „Was sind das bloß für Armleuchter da im Gästeblock?“. User „Inari“ schrieb: „Kein Bock mehr auf die Herthafans. Die brechen das Spiel noch ab und wir verlieren wegen diesem Unterschichtenpack am grünen Tisch 3:0.“

Zum wiederholten Male in dieser Saison auffällig

Der Hertha-Anhang wurde zum wiederholten Male in dieser Saison auffällig. Am 3. Dezember 2012, beim 1:0 in Cottbus, waren bengalische Feuer gezündet worden. Bei der Partie am 8. Dezember in Paderborn wurden aus dem Hertha-Block eine Vielzahl von Tennisbällen und Papierrollen auf das Spielfeld geworfen. Im Januar hatte das DFB-Sportgericht Hertha zu 17.000 Euro Geldstrafe verurteilt. In Dresden gab es nach dem Abpfiff auf dem Rückweg zum Bahnhof mehrfach Zusammenstöße zwischen der Polizei und Hertha-Anhängern.

Manager Michael Preetz schüttelte den Kopf. „Wir haben alle 14 Tage im Olympiastadion eine tolle Unterstützung von unseren Fans. Die Anfeuerung war auch in Dresden gut. Aber solche Aktionen sind ein Bärendienst für Hertha BSC. Das wollen wir im Stadion nicht sehen.“

Hertha wird für die Unvernunft einiger Anhänger zahlen müssen. Schiedsrichter Weiner fertigte einen Extrabericht an.