Die Nummer „44“ hat bei Hertha BSC einen guten Klang. Der serbische Nationalspieler Gojko Kacar trug sie in seiner Zeit bei den Berlinern (2008-2010) auf dem Trikot, bevor er zum Hamburger SV wechselte. Eigentlich war die „4“ seine Glückszahl. Als diese aber bereits vergeben war, entschied sich der torgefährliche Mittelfeldspieler einfach für die doppelte „4“ auf dem Rücken. Glück mal zwei, gewissermaßen.
Ob die „44“ in Berlin auch für Kevin Pezzoni eine Glückszahl wird, das steht noch in den Sternen. Am Donnerstagnachmittag jedenfalls trug der 23-Jährige erstmals das Trikot der Herthaner in einem Spiel über 90 Minuten – und hatte sich für eben jene Nummer entschieden. Um Pezzoni, der sich während der Länderspielpause für einen Vertrag beim Tabellenzweiten der Zweiten Liga bewirbt, intensiver als in einem gewöhnlichen Mannschaftstraining beobachten zu können, hatte Herthas Cheftrainer Jos Luhukay den Halleschen FC zu einem Testspiel gegen das U23-Team der Berliner in den Olympiapark geladen. Neben dem Ex-Kölner wollte Luhukay zudem auch die zuletzt weniger im Spielbetrieb eingesetzten Profis Sami Allagui, Ben Sahar, Hany Mukhtar, Nico Schulz, Elias Kachunga und Philip Sprint sehen. Sein Hauptaugenmerk aber lag auf Pezzoni.
Pezzoni bereitet den Ausgleich vor
Am vergangenen Dienstag hatte der zuletzt vereinslose Pezzoni das erste Mal mit der Mannschaft trainiert, nachdem der Abwehrspieler bei seinem Ex-Klub 1. FC Köln von den eigenen Fans gemobbt und im Zuge dessen Ende August sein Vertrag beim FC aufgelöst wurde. Seitdem kamen erst zwei weitere Trainingseinheiten dazu. Gegen Halle am Donnerstagnachmittag aber konnten Luhukay und die wenigen Zuschauer im Hanns-Brauns-Stadion deutlich erkennen, was sie von dem möglichen neuen Hertha-Spieler Pezzoni erwarten können. Der gebürtige Frankfurter versuchte die Abwehr in der neu zusammengemischten Mannschaft aus Nachwuchsspielern und Profis zu ordnen und gab Anweisungen an seine Nebenleute.
Aber vor allem ging der 1,93 Meter große Defensivspieler überaus resolut zu Werke, klärte ein ums andere Mal beherzt mit einer Grätsche gegen einen Hallenser und fing viele Flanken mit dem Kopf ab. Dass das frühe 0:1 für die Anhaltiner nach einem Abpraller von Pezzoni fiel (5. Minute), war Pech. Wenig später war es aber auch Pezzoni, der mit einem lang Pass über die HFC-Abwehr Sami Allagui in Szene setzte, der zum 1:1 traf (19.). Nachdem Halle in der 37. Minute erneut durch einen Weitschuss in Führung ging, sorgte wieder Allagui, der zuletzt mit starken Trainingsleistungen auffiel, per Foulelfmeter für den Ausgleich. Weil Kevin Pezzoni in der 51. Minute einmal auf der Linie klärte und auch Herthas israelischer Angreifer Ben Sahar seine Großchance nicht zu nutzen wusste, blieb es dabei.
Auf Pezzoni angesprochen sagte Jos Luhukay nach dem Testspiel: „Er hat eine positive Einstellung und versucht das Beste zu zeigen.“ Der Niederländer wies aber auch darauf hin, dass die Partie nur ein weiteres Puzzelteilchen in der Beurteilung Pezzonis sei: „Es ist ein Eindruck, den wir mitnehmen, um am Ende zu entscheiden, ob er bei uns bleiben kann.“



