Das Unheil nahm seinen Lauf, als Kevin Pezzoni den Ball nicht voll erwischte. Herthas Testspieler wollte kurz vor Schluss der nachmittäglichen Trainingseinheit am Mittwoch einen Rückpass zu Torwart Thomas Kraft spielen, der Ball aber geriet zu kurz und noch bevor der herausstürmende Keeper einschreiten konnte, flitzte Angreifer Sami Allagui heran und verwandelte sehenswert zum 1:0-Endstand. Abpfiff. Das Abschlussspielchen war vorbei. Trainingsende.
Nicht aber für Thomas Kraft. Der 24-Jährige ärgerte sich dermaßen über die Trainingsspiel-Pleite und besonders über die zuvor vergebenen, zahlreichen Großchancen seiner Mannschaft in den gelben Leibchen, dass er lospolterte und über den gesamten Schenckendorffplatz brüllte: „Wie können wir dieses Spiel noch verlieren? Ja leck mich doch am A…“
Und weil dem Schlussmann wohl besonders die Spielweise von Hany Mukhtar nicht recht passte, bekam der erst 17 Jahre alte Nachwuchsspieler noch sein Extrafett weg: „Hany, das ist doch kein A-Jugendfußball mehr hier.“ Der Mittelfeldspieler wusste nicht, was er falsch gemacht hatte und gab das auch zu Bedenken. Das aber wiederum brachte Kraft völlig aus der Fassung: „Halt dein Maul. Du hast überhaupt nicht zu widersprechen.“ Das hatte gesessen, und Mukhtar ließ den Kopf hängen.
„Das ist normal“, ordnete Herthas Trainer Jos Luhukay den Disput zwischen Kraft und Mukhtar nach der Übungseinheit ein. „Thomas' Mannschaft hätte eigentlich mit zwei, drei Toren gewinnen müssen, deshalb war er frustriert und dann kommen eben die Emotionen hoch.“ Das sei halt manchmal so im Fußball. Nichts, was man überbewerten müsse.
Der Niederländer wird wissen, dass sein Torwart schon zuvor gelegentlich als Wutbürger in Erscheinung trat, sobald er das Gefühl hatte, seine Mitspieler trainierten unkonzentriert. So knöpfte er sich zu Beginn des Öfteren den Brasilianer Ronny vor, wenn der mit dieser oder jener Unkonzentriertheit beim Training auffiel.
Ben-Hatria kommt früher zurück
Obwohl das nächste Pflichtspiel für den Berliner Zweitligaklub wegen der Länderspielpause erst in acht Tagen ansteht - dann trifft Luhukays Team auswärts auf den VfL Bochum - ist bei Hertha dennoch Feuer drin. „Am Wochenende ist kein Spiel und trotzdem ist hohes Engagement da. Das hat mich sehr beeindruckt“, sagte Luhukay. Das zeige, „dass wir einen guten Lauf haben und trotzdem das Tempo im Training enorm hochhalten“.
Früher als erwartet wird Änis Ben-Hatira wieder ins Mannschaftstraining der Berliner einsteigen. Der tunesische Nationalspieler, der für das Qualifikationsspiel zum Afrika-Cup seines Nationalteams am Sonnabend gegen Sierra Leone gereist ist, verzichtet auf das am kommenden Dienstag angesetzte Freundschaftsspiel gegen Ägypten. Der 24 Jahre alte Offensivspieler bat seinen Nationalcoach Sami Trabelsi um die Freistellung für die Begegnung in Dubai, damit er vor der Zweitligapartie gegen Bochum am 19. Oktober rechtzeitig wieder in das Training bei Hertha einsteigen kann.
mey




