Transfer

Hamburger SV schaltet sich in Rennen um Herthas Raffael ein

Händeringend suchen die Hamburger nach einem geeigneten Offensivspieler – und könnten diesen in Herthas wertvollstem Profi finden.

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Wie ein rohes Ei wird Raffael im Trainingslager der Hertha behandelt, dem 27-jährigen Brasilianer soll nichts mehr passieren. Eine Verletzung seines Edeltechnikers ist so ziemlich das Letzte, was der Zweitligist gebrauchen kann. Schließlich hat sich gerade ein dritter Klub in das Rennen um Raffael eingeschaltet.

Wie Morgenpost Online erfuhr, hat sich der Hamburger SV bei Dino Lamberti gemeldet, dem Schweizer Berater von Raffael. Bekanntlich sucht der Bundesligist händeringend einen Mittelfeldregisseur. Der von dem millionenschweren Investor Klaus-Michael Kühne favorisierte Holländer Raffael van der Vaart ist aber bei Tottenham Hotspur unabkömmlich.

Nun fahnden die Hamburger nach einer Alternative, die den hohen Ansprüchen gerecht wird – und die Stellenbeschreibung liest sich wie ein Raffael-Porträt: Gesucht wird ein Offensivspieler, der auch unter Bedrängnis den Ball annehmen und verarbeiten kann. Einer, mit Blick für die Mitspieler, der zudem selbst den Abschluss sucht. Und wenn möglich nicht nur im offensiven Mittelfeld, sondern auch hinter einer Sturmspitze eingesetzt werden kann. Zudem soll er sofort in der Bundesliga zurechtkommen.

Glamour-Faktor

Bleibt die Frage nach dem Glamour-Faktor. Hier kann Raffael sicher nicht mit einem Medienliebling wie van der Vaart mithalten. Zudem hat es seinem Renommee nicht gut getan, dass er 2010 und 2012 mit Hertha abgestiegen ist.

Dennoch ist Raffael mit der Kombination seiner Fähigkeiten, seiner Mannschaftsdienlichkeit und seinem unkomplizierten Auftreten, selbst im internationalen Vergleich ein seltener Spieler. Deshalb bietet Dynamo Kiew Raffael ein Für-immer-sorglos-Paket und Hertha einen Ablöse von neun Millionen Euro. Auch der SSC Neapel ist im Bieterstreit dabei. Das Angebot des Serie-A-Klubs liegt etwas unter dem Angebot aus der Ukraine, ist aber immer noch stattlich.

Das Transferfenster ist noch bis zum 31. August geöffnet. Die Hertha-Verantwortlichen vermitteln in der Angelegenheit Raffael derzeit einen entspannten Eindruck. Zumindest so lange ihr wertvollster Spieler gesund bleibt.