Trainer Jos Luhukay versuchte der schlechten Nachricht eine gute Seite abzugewinnen: „Wir werden solche Spiele auch in der Zweiten Liga erleben: Dass wir besser sind, viele Chancen habe. Aber dann verlieren, weil wir einen Fehler machen.“ Trotz einer ansehnlichen Leistung unterlag Hertha BSC am Freitag im Test gegen den FK Teplice mit 0:1 (0:0).

Dabei hatte der Fußball-Zweitligist aus Berlin den Erstligisten aus Tschechien 70 Minuten dominiert. Doch ein doppelter Fehler bescherte Hertha eine unerwartete Niederlage. So schien Kapitän und Manndecker Fabian Lustenberger bei einem Konter der Tschechen die Situation mit einem Rückpass auf seinen Torwart zu bereinigen. Doch der Pass geriet zu kurz. Dennoch war Sascha Burchert als Erster am Ball. Der Hertha-Schlussmann zog aber nicht energisch durch, im Gegensatz zu Aidin Mahmutovic, so dass der Stürmer aus Teplice den Ball eroberte und ins leere Tor schob (73.).

„Ich wollte den Gegner nicht einfach anschießen, sondern den Ball meinem Innenverteidiger zuspielen, aber das hat nicht geklappt“, sagte Burchert hinterher. „die bessere Lösung wäre gewesen, ihn einfach ins Aus zu schießen.“

Trainer Luhukay verfolgt ohnehin genau, wie Burchert (22) sich präsentiert. Schließlich soll der Youngster in den ersten vier Pflichtspielen der Saison den gesperrten Stammtorwart Thomas Kraft vertreten. „Sascha wird solche Spiele auch in der Zweiten Liga haben: Mit nur wenigen Situationen, in denen er präsent sein muss. Aber dann muss er konzentriert und energisch zur Sache gehen.“

So wie es sein Gegenüber praktizierte. FK-Keeper Tomas Griega grätschte die letzte Hertha-Chance kompromisslos weg, als Marco Djuricin frei auf das Tor der Tschechen zustürmte (89.). Bis zum Rückstand hatten die Berliner mit guter Raumaufteilung die Gäste fast überhaupt nicht zur Entfaltung kommen lassen. Über Ronny sowie Nico Schulz und Marvin Knoll auf der linken Seite machte Hertha vor der Pause ordentlich Betrieb. Doch drei Wochen vor dem Ligastart mangelt es am Zug zum Tor. Adrian Ramos ist nicht in Form. Die beste Chance vor 1680 Fans im Amateurstadion hatte Daniel Beichler, der aber nur den Pfosten traf (56.).


ub